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Jeschurun · 1855-10-01 · Heft 1 (Oktober 1855) · p. 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 1 (Oktober 1855)
Article
Thischri
Date
1855-10-01
Page
20 (sequence 20)
Language
German
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IRI
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20 Thtschri. haben sie sich gefragt, und wo sie das Unlautere und die Weihelosigkeit gefunden, da haben sie den Altar der Reinheit wieder aufgerichtet und haben den Geist der Weihe und des Sabbaths wieder heimisch gemacht in ihrem Kreis, und das Werk, das sie vollbracht haben, war — Theschuw ah. Sie haben um sich geschaut, haben sich in ihrem Familienkreise umgesehen und haben ihr Eheleben, ihr Eltern- und Kinderleben, ihr häusliches Leben, ihre Erziehung vor Gott geprüft und erwogen; es hat sich der Gatte gefragt, wie er stehe zur Gattin, und die Gattin, wie sie stehe zum Gatten; es haben sich die Eltern gefragt, wie sie stehen zu den Kindern, und die Kinder, wie sie stehen zu den Eltern; es haben sich die Geschwister gefragt, wie sie stehen zu den Geschwistern, und die Freunde zu den Freunden und die Genossen zu den Genossen, — es hat sich der Gatte gefragt, ob er den vollen Inhalt des kleinen Wörtchens "לי" wahr gemacht, mit welchem er sich die Gattin angetraut, ob er sie heilig und theuer gehalten und sie ״geliebt habe wie sich selbst und geehrt habe mehr als sich", — es hat sich die Gattin gefragt, ob sie den vollen Inhalt des Vertrauens wahr gemacht, mit dem sie sich dem Gatten hingegeben, ob sie ihm mit der Liebe und der Treue, mit der Freundlichkeit und dem Ernst die reine, treue Gefährtin und Freundin gewesen, und den alten Gottessegen wahr gemacht: Ein Herz zu werden und Eine Seele und Ein Wesen? — es haben sich die Ehegatten gefragt, ob sie noch, wie am Hochzeitstage, nur aus Einem Kelche trinken, nur Eine Freude kennen, Einen Schmerz, und jeder sich nur freut in des Andern Freude und jeder trägt des Andern Schmerz, und darum noch gesegnet ist ihres Geschickes Becher, und in Liebe und Freundschaft und in Verschwisterung der Seelen ihnen alles Süße doppelt süß geworden und das Bittere halb nur bitter, und keiner dem andern Wermuth träufelt in den Kelch des Lebens, und immer inniger, immer treuer, immer einiger ihre Liebe worden und darum ״Gottes Name" wohne zwischen Mann und Weib? — Es haben die Eltern ihre Beziehung zu ihren Kindern vor Gott geprüft, haben sich gefragt, ob sie sich die Liebe und die Anhänglichkeit, die Freundschaft und die Achtung ihrer Kinder bewahrt, ob sie sie als heilige anvertraute Pfänder gehalten und sie zu Gott und zu einem reinen, heiligen, ernsten jüdischen Leben

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