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Jeschurun · 1855-10-01 · Heft 1 (Oktober 1855) · p. 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 1 (Oktober 1855)
Article
Thischri
Date
1855-10-01
Page
19 (sequence 19)
Language
German
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IRI
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Theschuwah-Wochc 19 Neigungen vor Gott gezählt und gemessen und gewogen, und was die Probe vor Gott nicht bestand, haben sie aus dem Heiligthum ihres Herzens entfernt. Es ward die Lüge in Wahrhaftigkeit, es ward der Neid in Menschenfreundlichkeit, es ward der Haß in Liebe, es ward der Groll in Versöhnlichkeit, es ward die Lüsternheit in Selbstbeherrschung, es ward die Trägheit in Fleiß, es ward der Eigensinn in Gefügigkeit, es ward der Hochmuth in Bescheidenheit, es ward der Dünkel in Demuth, es ward die Eitelkeit in Ernst und der Leichtsinn in Besonnenheit umgewandelt, und das Werk, das sie vollbracht, war — Theschuwah. Sie haben in sich geschaut und haben sich gefragt und geprüft und geforscht und vor Gott erwogen, ob sie die Schranken der Heiligung beachtet und die Mittel zur Heiligung benutzt, die Gott uns in seiner Barmherzigkeit und Gnade gereicht, — ob sie die Gesetze beachtet, mit denen Gott die Entfaltung unseres seelisch-., leiblichen Wesens umfriedigt, daß unser und unserer Kinder leiblichgeistiges Wesen nur rein gepflanzt und rein genährt und rein gepflegt und entwickelt werde, damit es sich rein und leicht zum Träger der reinen Flamme des Göttlichen biete; — oder ob sie in Speis und Trank und im geschlechtlichen Leben die göttlichen Schranken übertreten und damit selber den Keim der Unlauterkeit, des Stumpfsinns nnd der Unbändigkeit der Triebe und Leidenschaften gepflanzt und genährt und gepflegt, der jetzt, der einst, in ihnen, in ihren Kindern ausgeht und das Heilige überwuchernd begräbt — und sie so bei den Forderungen ihrer leiblichen Triebe und Reize der Stimme ihres Gottes nicht gehorcht, die zu ihnen warnend gesprochen:!אל תטמאו בכל אלה ונטמיחם בם; — ob sie die Gebote erfüllt, die heiligenden Institutionen geheiligt, mit denen Gott uns Stünden und Tage und Zeiten aus unserm gewöhnlichen Leben herausgehoben und sie zu Zeugniß und Denkmälern für Alles gestiftet, was er an ewigen Wahrheiten des Lichts und der Güte zu unserer und zu der Welt Erlösung uns auvertraut; — oder ob sie in Habsucht und Leichtsinn, in Engherzigkeit und Kleinmuth, in Beschränktheit und Stumpfsinn die Stunden der Weihe aus ihren Tagen, die Tage des Sabbaths aus ihren Wochen, die Tage und Wochen der Feste aus ihren Jahren gestrichen und nur dem Dienste der Sinnlichkeit und der Vergänglichkeit ihr Dasein geweiht. Das Alles

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