Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1855)
- Article
- Thischri
- Date
- 1855-10-01
- Page
- 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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12 Thtschri. Mit Herbstes-Ernst will der siebente die Frucht sehen und die Rechenschuft der Erndte halten auf dem Lichtgcfilde des jüdischen Seins. Priesterlich und in des Tempels Räumen wird sechsmal am Neumond die jüdische Weihe in Opfer und Wort begangen. Aber der siebente will diese Weihe in That erblicken und sendet den Schofarruf in alle Hütten und Herzen und ruft die Sohne und Töchter Israels Me in den Lichtkreis ihres GotteS. Denn das, und nichts anderes ist der Schofarruf am Thiscbri- Neumond. Er ist der Gottesruf an Israel. Thekiah ruft: :שמע עמי ואעירה בך ,ישראל אם תשמע לי לא יהי׳ בך אל זר ולא חשחחוה. לאל גבר — אנכי ר' אלדיך המעלך מארץ מצרים הרחב פיך ואמלאהו! ״Hör' mein Volk — Ich mahne dich! Israel, wirst du auf Mich hören? ״Nicht sei in dir unheiliger Gott, nicht wirf dich hin dem Gott der Fremden — ״Ich sei. Ich dein Gott, der aus Mizrajims Land dich hob — ״Dann stelle weit deinen Wunsch — ich erfüll' ihn ganz!״ Siehe da den ersten Gottesruf, den der erste Schofarruf vom Sinai einst in die jüdischen Herzen und Hütten trug. Der Schofar rief und rief, rief immer lauter, rief immer gewaltiger bis er wach gerufen hatte alle Hütten, hinauf, hinaus, hinan gerufen hatte alle jüdischen Herzen um die Sinaihvhe, auf welcher Gott ihrer wartete, lind das Wort, das ihnen der Schofar damals eutgcgcntrug, das ist's ja, das mit seiner Lichtgewalt uns fassen sollte und uns frei machen sollte von der Sünde, frei tnachcn sollte von der Sorge, indem es ganz und innig und ewig uns mit Gott vermählte, — und das ist's — das mit jedem Thischri neu des Schofars Gottesruf uns zeugend entgegenträgt: ״Nicht sei in dir unheiliger Gott, nicht wirf dich hin dem Gott der 'Fremden!״ Fort mit der Sünde aus dem Herzen! Fort mit der Sorge aus den Hütten! Keinen אל זר, keinen unfreien, gebundenen, deinem heiligen, freien, göttlichen Wesen fremden Götzen, keine blinde Naturgewalt, die über das reine, freie, göttliche Menschenwesen keine Macht haben soll, keinen אל זר trag im Busen, — und keinem אל נכר, keiner von nichtjüdischer Menschheit vergötterten Macht wirf dich hin im äußern Leben, — Ich, Ich, Ich, der ich auf Adlerflügeln aus Mizrajim dich zu