Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1855)
- Article
- Thischri
- Date
- 1855-10-01
- Page
- 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Rösch Haschanah. ist er nichts anders als durch und durch ein Rosch Haschanah-Psalm, ist ganz eigentlich nichts anders als ein Text zu den Thekioth, als in Worte übersetzte Thekiah, Thernah, Thekiah! Und dabei ist es keine Blüthczcit Zuda's — wann war überhaupt eine solche Zeit? — ist es keine Blnthezeit Judas, die ihm zum Hintergründe dient. Israel ist schon nicht daS durch und durch Gott treue Volk. Wann war's überhaupt dies je? Es wandelt schon in eigenen Plänen. Es hat darum schon von Feinden und Hassern zu dulden. Es führt darum wiederholt seinen Galuth-Namen ״Jakob", der es ja immer und immer mahnt, daß es ohne Gott den Brüdcrvölkern die Ferse halten müsse, und den seltenen Namen ״Josef", den Namen jenes jüdischen Sprößlings, der zuerst in de» Kreis der Fremden geworfen wurde, und der Israel insbesondere in seiner Hinneigung zu den Lcbensgestaltungcn der fremden Staaten und in seiner Gefahr bczeichnet, in diese Mischung aus-- und nuterzugehcn. Aber wie Moses feinem Diener Josua beim Abschied einen Hauch vom Gottcsnamen mitgab, und ihn Zehoschua nannte, auf daß dieser Hauch als mal)-- ncndcr Talisman ihn vor dem verderblichen Beispiele seiner Gefährten schützen sollte, also weht dieser Hauch im ״Jehvßef" dieses Psalms und ist dem im Cvntakte mit den Fremden sich bewegenden Josef Bürgschaft und Mahnung, daß auch in dieser Ferne und Fremde Gott noch mit ihm und in ihm sei, der Gottcöhanch noch in in ihm webe und lebe, und ihn nicht versinken lassen werde in das Grab der Vernichtung und Entartung — Und dieser Gotteshauch, dieser Israel nie verlassende Gotteshauch ist es, der selbst einem Galnth-Noschhaschanah die Pauken und Harfen-Klänge bringt, der selbst im Galuth den Nosch Haschanah nur als Vorbereitung und Einleitung zum freudigen Hüttcnfcst weist. Nicht in der Noschhaschanahflimmung gipfelt ja die jüdische Gottesvcrehrung, התעו, den heiteren Klang der Gemüther, הריעו, den frohen Herzensjubel will Gott, זמרה חוף ותור, Gesang und Pauk' und Harfe wartet unser — aber freilich :תקעו בהרש שופר בכסה ליום חגנו am Neumond, wo der Mond noch verhüllt ist, der erst im Vollstrahl den Tag des heiteren Festes bringt — בכסה ליום חגגו בחדש שיש בו חג הסוכה, פסיקתא, — am Thischri-Neumond muß der ernste Schvfar tonen. — Nur im Ernst wurzelt die selige Blüthe der Freude, nur der Schofar führt zur Harfe hin!