Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 12 (September 1855)
- Article
- Aus der Mappe eines wandernden Juden
- Date
- 1855-09-01
- Page
- Seite 658 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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658 AuS der Mappe eine« wandernden Juden. es scheint, so hoffnungslose Zukunft nicht ein Blick in «nserr lUxgangenheit Trost und Hoffnung zu bringen wissen möchte? Diese Frage füllte mein Gcmüth als — mir ihre Bitte ward, Ihnen — das Siegeölicd der Dcborah nach Inhalt und Gedankengang zu erläutern. Siehe, da war ich mit einem Male in einer Zeit, von der es wiederholt und wiederholt heißt: -ביסים ההם אין בילך בישראל איש ר,ישי בעיגיו יעשר., daß es keine äußere, von Außen zwingende und regelnde, das Thoraheiligthmn stützende und schützende Macht in Israel gab, der individuellste Subjektivismus herrschte, ״Zeder that, waS nach seinen Ansichten das Rechte war", תר ששופטיהס צייכין להשפט, וער ׳משפטו אח שופטיהם, בימי שפיט השופטים, in einer Zeit, in welcher Jeder die regelnden Autoritäten selbst erst vor die Kritik seines Richterstuhls ludj, in einer Zeit, in welcher die Leiter und Reglcr deS Volkes selbst noch der Leitung und Reglung bedurften — wie sie das Wort der Weisen kurz und bündig chavakterisirt. Und siehe, daS war kri» später Zustand eines altcrschwachen VcrfallcS, eS waren gleich dir ersten nachjvsua'schcn Jahrhunderte, die diesen Charakter der ungebundensten Subjectivitst tragen. Der Thvrah, einer Lehre gegenüber, die durch und durch Gesetz, die nicht weniger als das ganze menschliche Dasein und Streben mit allen seinen Fugen in die Weihe einer durch göttlichen Willen geregelten Lebensgestaltung anfzuncbmeu gesendet ist, dieser Thorab gegenüber die schrankenloseste Individualität mir dem ganzen Ungefähr des jeweiligen innern Beliebens und deS äußere» verlockenden Beispiels einer nichtjüdischen Umgebung! Und diesem scheinbar trostnnd hoffnungöloscn Ungefähr sehen wir von vorn berein die Tborab, dieses Israel und Menschheit erlösende Kleinod, vom Herrn der Zeiten überantwortet! Ja weit über die Zeiten der Richter hinaus, alle Jabr- Hunderte des doppelten Königs,cichs hindurch, von Sinai z» Babel, blieb dieser Thorah widerstrebende Subjektivismus vorherrschend! Mit welcher Geister und Gemüthrr, Menschen und Zustände und Zeiten und Aeonen überwältigenden Kraft muß Gott sein heiliges Wort ansgrstattct haben, als Cr cS so machtlos und schutzlos dem Schooßc eines Volkes übergab, das erst zu der Höhe dieses Wortes erzogen werden, erst im Laufe der Jahrhunderte zu ihn, hinaufn-achsen und endlich so innig sich mit ihm vermählen sollte, daß es sodann