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Jeschurun · 1855-09-01 · Heft 12 (September 1855) · p. Seite 659

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1854-1855)
Issue
Heft 12 (September 1855)
Article
Aus der Mappe eines wandernden Juden
Date
1855-09-01
Page
Seite 659 (sequence 6)
Language
German
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Au« der Moppe eine« wandernde» Juden. 659 die Hingebung an dieses Wort mit der Opferung aller anderen Guter willig nnd freudig besiegelte. Dürfen wir uns nicht sage», eben weil diese Thorah keine Religion, kein Zubehör diesem Volke, eben weil sic daö Leben dieses Volkes ganz durchdrtngen und die einzige Seele seines ganzen nicnschengeschichtlichcn Daseins ausmache» sollte, eben darin» ward eö ihm nicht anfgezwnngen, eben darum wartete dieses ״Wort" von je her auf die freie Dahingcbnng des Volkes, mußte scheinbar Generationen für sich verloren gehen sehen und doch seiner Zukunft gewiß sein. Waren doch eben diese scheinbar für dieses ״Wort" verlorenen Generationen zugleich diejenigen, in welchen dasselbe seine reichsten Saaten für die Zukunft streute. Es waren eben Zeiten der nngebundensten, thoraentfremdetcn Willkühr, die eine Deborah und Channah, einen Samuel und Elijah», einen Hoseaö und ZesaiaS erzeugten, und welch ein tiefer,^frei Gott und seinem heiligen Worte, sich;»wendender Kern muß doch während aller dieser scheinbar entfremdeten Zeiten in der Masse des Volkes gelebt haben, daß als dessen Vlüthen solche Geister hervortreten konnten! Nnd wie wurden die eben die Träger, ja, die Bringer der kommenden Zeiten! Je weniger Ehre und Gut, je weniger Anerkennung und sociale Stellung dieses Kern'S und seiner Blüthen wartete, je weniger die äußeren Verhältniße ihrem Leben und Streben Gunst und Stütze gewährten, je fremder, je feindlicher ihre Zeit ihnen gegenüber stand, um so reiner mußte die Hingebung sein, die sic für'S Göttliche bewährten, um so mächtiger die Kraft, mit welcher das Göttliche sie fasste, uni so leuchtender mußten sic eben selber ein Zeugniß für das Göttliche dieses Göttlichen werden. Wie Israel in der Menschheit, bodenlos, machtlos, schutzlos, eben durch diese ureigene Machtnnd Schutzlosigkeit daS lebendigste Zeugniß für die göttliche Wallung und die Göttlichkeit seiner eigene» Sendung geworden, — הן הן גבורותיו הן הן מראותיו — also die Thora in Israel machtlos, schutzlos, vertreterloS, und doch immer wieder und immer voller und immer inniger die Gemüther und Geister Israels überwältigend, wird eben dieser, durch keine äußere Stühe errungener und ewig neu errungen werdender Sieg daS lebendigste Zeugniß für die Göttlichkeit der Thorah und für die GotteSmacht ihrer Sendung in Israel. — Die Herrlichkeit dieser irdischen Schutz- und Trutzlosigkeit der. gan-

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