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Jeschurun · 1855-09-01 · Heft 12 (September 1855) · p. Seite 649

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1854-1855)
Issue
Heft 12 (September 1855)
Article
Oberst Rawlinson's Bericht über seine neuesten Untersuchungen in Mesopotamien
Date
1855-09-01
Page
Seite 649 (sequence 9)
Language
German
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über seine neuesten Untersuchungen in Mesopotamien. 649 Rawltnson kam nun an die babylonische Geschichtsperiobe, »nd lud die Versammlung ein, die hochwichtigen und etgenthümlichcn Reliquien dieses Zeitraums, die er aufgelegt hatte, zn besichtigen. Der letzte König von Niniveh, Assur-ebit-ilut, von welchem nichts als einige wenige Ziegel mit halbverlöschten Inschriften übrig sind, wurde wahrscheinlich durch die vereinigten Heere der Meder und Babylonier um daS Jahr 625 seines Thrones entsetzt. Nabupalasar, welcher die Streitmacht gegen Niniveh entsandte oder persönlich anführte, wurde von da an Obcrherr des westlichen Asiens, Der Sitz seiner Herrschaft war in Babylon, das er befestigte und thetlweise umbaute. Man hat viele Tafeln aus verschiedenen Jahren seiner Negierungszcit gefunden, aber keine autographische Urkunde, weder über seine heimischen Werke, noch über seine Eroberungen im Ausland. Seinem Sohne Ncbukadnezar, der ihm 606 nachfolgte und 44 Jahre lang regierte, gehören die meisten der babylonischen Gedenktafeln an, welche jetzt die europäischen Museen füllen. Uebcr eine neuerliche sehr interessante Entdeckung in Bezug auf diesen Monarchen thcilte Rawltnson Folgendes mit: „Eine bemerkenöwcrthe Ruine, genannt Birö-Rimrud, auf einem Schutthügel in der Nähe Babylons, hatte seit lange die Neugier aller Reisenden und AllcrthumSforschcr gereizt. Die große Höhe des Hügels, seine mächtige Ausdehnung und seine mit den formlosen Trümmerhaufen in der Nachbarschaft günstig contrastirende Gestalt halten sehr allgemein die Bermuthung crrregt, daß dieselbe mit dem von Herodot so genau beschriebenen Tempel des Belus (Bel) identisch sei. Ja, da man oben auf dem Hügel große Massen verglaster Ziegel bemerkte, deren Aussehen auf die erlittene Einwirkung einer intensiven Gluth zu deuten schien, fehlte es selbst nicht an solchen, welche hier die Ruinen deö durch Feuer vom Himmel zerstörten Thurms von Babel muthmaßten, oder dieser Muthmaßung glaubten. Rawlinson unternahm im Herbste v. I. eine systematische Erforschung. Gräben wurden versuchsweise in vertikalen Linien von dem Gipfel bis zur Basis eröffnet, und überall, wo man auf Mauerwcrk stieß, legte inan es durch horizontale Gallerten längs derselben bloß. Nach zweimonatlichen Vorarbeiten dieser Art besuchte Rawltnson das Werk, und vermöge seiner bei früheren Ausgrabungen gewonnenen Erfahrung war er im Stande, schon nach halbstündigem Suchen die ss

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