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Jeschurun · 1855-09-01 · Heft 12 (September 1855) · p. Seite 648

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1854-1855)
Issue
Heft 12 (September 1855)
Article
Oberst Rawlinson's Bericht über seine neuesten Untersuchungen in Mesopotamien
Date
1855-09-01
Page
Seite 648 (sequence 8)
Language
German
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648 Oberst Rawlinson- Bericht welchem die Ruinen noch in der si'idwcstlichen Ecke des große» Trümmcrhügcls von Rimrud zu sehen sind. Der Solm Esar-Haddonö, der den Griechen fast unbekannte Asshur-bani-bal, hat zahlreiche Denkniale von großem Wertste hintcrlassen. Hr. Layard hat vor einigen Jahren einen Tstcil von einem Palaste dieses Königs in Niniveh ausgegraben, aber neuerlich ward ein viel besser erhaltener und weit schöner ausgeführter Bau dieses Königs in einem ander» Tstcilc des Trüminerhügels von Kohundschik entdeckt. Die Sculpturen dieses Palastes gehören zur höchsten Rangordnung assnrischcr Knnst. Die an den Wänden einiger Gemacher dargcstclltcn Jagdsccnen sind vollkommen schön in Zeichnung und Ausführung, und eine sehr reiche Auswahl davon ist für die assyrische Samnilnng des brittischen MnseumS getroffen. Zur Beleuchtung dieses Punktes zeigte Rawlinson einige Hnndcsiguren auS Terracotta, die man in einer Höhlung der Wand entdeckt, nachdem man die Tafeln der äußeren Bekleidung hinweggenommcn. Es waren wohl Abbildungen von den Löwenhundcn des Königs. Die Figuren sind mit verschiedenen Farben bemalt, und der Name jedes Hundes, gewöhnlich ein descriptivcs Prädikat ist auf den Thon geprägt oder eingegraben. Die werthvollstcn Reliquien aus der Zeit Assstur-bani-balS aber sind die mit Schrift bedeckten Tafeln aus gebranntem Thon, welche Theile der königlichen Bibliothek bildeten. Die Zahl der bis jetzt ausgegrabenen kann nicht unter 10,000 sein, und sie scheinen alle Zweige der den alten Assyriern bekannten Wissenschaften zu umfassen. Besonders wcrthvoll sind diejenigen, welche die assyrische Schreibart erklären. Einige Tafeln, die aber leider selten Vorkommen, zeige» wie die ursprünglich malerischen Figuren zu bloßen Schriftlichen etnschwanden; andere drücken die verschiedenen syllabischen Werthe auö, welche jedem Schristzuge beigelegt wurden; eine dritte Classe endlich giebt fleißige Verzeichnisse aller einfachen und zusammengesetzten Zdeographcn der Sprache mit ihren phonetischen Aequivalenten. Auch mit der wichtigen Unterstützung dieser erklärenden Tafeln ist daö Werk der Entzifferung nur langsam fortgeschritten, und noch manche Schwierigkeit bleibt zu lösen; aber ohne diesen Fund, bemerkte Rawlinson, würden die Inschriften bis auf den heutigen Tag grvßtentheilS unlesbar geblieben sein.

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