Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1855-09-01 · Heft 12 (September 1855) · p. Seite 643

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1854-1855)
Issue
Heft 12 (September 1855)
Article
Oberst Rawlinson's Bericht über seine neuesten Untersuchungen in Mesopotamien
Date
1855-09-01
Page
Seite 643 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2932754-2932807-2932820-2938934--00896-2938973
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

über seine neuesten Untersuchungen In Mesopotamien. 643 sunden; einer derselben hieß Kudur-Mapula, der „Verheerer Syriens" und dieses Epitheton deutet auf Identität mit dem Kedorlaomcr der Bibel. Letztere Form scheint zwar eine Corruption von Kuddur-el- Ahmar oder „Kudur der Rothe" zu sein, und des Königs semitische Nationalität anznzeigen; denn damals herrschte ein Racenstreit im Orient, und die scythischen (RawlinsonS bekannte Hypothese!) oder kuschitischrn, d. b. südlichen, AborigeneS hießen die „Schwarzen", im Gegensatz zu den semitischen Eindringlingen, welche man als die „Rothen" unterschied. Der Redner verweilte nicht bei dieser chaldäischen Dynastenlinie, deren Namen meist in der Geschichte ganz unbekannt sind, sondern erwähnte nur, daß er in den verschiedenen Ruinen am unteren Tigris und Enphrat etliche zwanzig ihrer Namen entziffert, und daß man, bei vermehrtem Material, alle diese Namen, wenn nicht in einer genealogischen, doch in einer dynastiscl en Auf« einandersolge zu classificiren und zu verknüpfen hoffen dürfe. Die zweite, der assyrische» Periode ungehörige, und meist aus Terra cotta bestehende Alterthümerreihe umfaßte die Zeit vom dreizehnten Jahrhundert bis zu der ungefähr im Jahr 625 erfolgte» Einnahme von Niniveh. Dieser Periode eignen alle jene Denkmale assyrischer Kunst, welche neuerlich in London und Parts die Bewunderung Europas erregt haben. Während deö langen Zeitraums chaldäischcr Oberherrschaft spielte Assyrien ohne Zweifel in der politischen Geschichte des Morgenlandes eine sehr untergeordnete Rolle. Die ersten Regenten dieses Landes, deren Namen man in rohen Schriftzügen auf den Ziegeln der früheste» nördlichen Hauptstadt (jetzt Kelch-Schergat genannt) gefunden, hatten de» königlichen Titel nicht angenommen, nnd ebensowenig findet sich unter den Territorial-Zunamcn auf den Monumenten der chaldäischen Monarchen der eines Königs von Assyrien. Kunstwerke auS einer früheren Zeit als dem dreizehnten Jahrhundert waren am obern Tigris völlig unbekannt, und daraus scheint zu folge», daß, wiewohl die Assyrier in früher Urzeit aus Chaldäa die Buchstaben und die Rudimente der Gesittung bet sich cingeführt, sie doch eine politische Bedeutung erst erlangten, nachdem das südliche Reich zu eristirc» aufgehört hatte. Zugleich ist cs nicht wahrscheinlich, daß die Assyrier, wie die Perser eines spätern Zeitalters, mit einem raschen Schritt aus der Abhängigkeit zu auSgebreiteter Herrschaft gelangten. Bon den ersten Königen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.