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Jeschurun · 1855-09-01 · Heft 12 (September 1855) · p. Seite 644

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1854-1855)
Issue
Heft 12 (September 1855)
Article
Oberst Rawlinson's Bericht über seine neuesten Untersuchungen in Mesopotamien
Date
1855-09-01
Page
Seite 644 (sequence 4)
Language
German
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644 Oberst Rawlinson« Bericht hat sich wenig außer dem Namen erhalten, aber zum Glück besitzen wir die Annalen eines Monarchen Namens Tiglat-Pilesar (des ersten), welcher den Thron wenigstens 150 Jahre nach Gründung der Monarchie bestieg, und selbst in dieser späten Periode war Babylonien den Assyriern noch nicht unterthan. Im Gegenthcil, Merodakadan-akhi, der König Babyloniens, Zeitgenosse von Tiglat-PilesarI., hatte, ungefähr um 1110 einen großen Sieg über daS Heer von Niniveh erlangt, und die assyrischen Götterbilder als Trophäen nach Babylon entführt. Aber die assyrischeil Waffen, obgleich im Süden gehemmt, waren bereits nordwärts weiter über den Taurus und westlich bis an das Mittelmecr vorgedrnngcn. Das interessanteste Ergebniß aus den Urkunden Tiglat-Pilesars I. ist, in der Tbat, das Licht, das die Kriege dieses Königs in Syrien und Kleinasien auf die ethnographische Eintheilung des westlichen Asiens im zwölften Jahrhundert v. der gew. Zcitr.werfen. Damals waren Nord-Syrien und die große Hochebene Anatoliens von scythischen Stämmen bevölkert, während Süd-Syrien von Aegypten abhing (oie Kasluchim oder Chasmonier, nach der heiligen Schrift die Voreltern der Philister, waren der herrschende Stamm), und der aramäische Grundstock blieb ans die Tigris- und Euphrat-Thäler beschränkt. Die Juden müssen damals unter den Richtern gelebt haben, und wurden von den Assyriern wahrscheinlich mit den andern zerstreuten semitischen Colonien zusammengeworfen, welche die chasmvnische Oberherrschaft anerkannten. Die glänzendste Periode der jüdischen Geschichte, daö Zeitalter Davids und Salomens, wird leider durch die assyrischen Annalen nicht näher beleuchtet. Die zeitgenößlichen Beherrscher Nillivehs waren mit dem Aufbau von Städten und Ausschmückung ihrer Paläste und Tempel, oder mit Feldzügen im nördlichen Gebirgsland beschäftigt, aber kaum stark genug, einen Kampf mit den organisirtcn Heeren jener Könige in Syrien hcrvorzurnfen. Im Beginn des neunten Jahrhunders, kurz nach der Erbauung Samaria's, war es, wo die Assyrier zuerst die Unterjochung der Länder am Mittelmeer unternahmen/ und von dieser Zeit bieten die Jahrbücher Ninivehs, mit der jüdischen Geschichte parallellaufend, eine Reihe Notizen dar, welche die Richtigkeit der hebräischen Schriften auf daö bündigste feststellen. Die geographischen Namen der Bibel finden sich auch tu de« Inschriften. Die Namen der Könige von

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