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Jeschurun · 1855-09-01 · Heft 12 (September 1855) · p. Seite 629

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1854-1855)
Issue
Heft 12 (September 1855)
Article
Sabbath
Date
1855-09-01
Page
Seite 629 (sequence 2)
Language
German
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6. Der Sabbath imd der Tempel. m halb beS Tempels den Sabbath entwichet! Blasphemie ist der Tempelbesuch, Blasphemien sind Hallelujahgesänge ans jüdischem Munde, wenn Besucher und Sänger den Sabbath nicht halten. Denn nicht Tempel nnb Altäre sind das Erkennungszeichen zwischen Gott und Israel, Tempel und Atäre nicht daS jedem Juden übergebene Heiligthum, Tempel und Altäre nicht das en׳ige Bündnis!; <n dem Sabbath will Gott dich erkennen, ob du der Seine seiest ביני ובין בני ישראל אוח היא לעולם, zwischen Gott und Israel ist Er das ewige Zeichen, בי קדש היא לבם, der Sabbath ist daS Hciligthum jedes Juden, לעשות את השבח לדורוחם בריח עולם, der Sabbath das von allen jüdischen Geschlechtern zu vollziehende Bündniß. Erst beweise durch den Sabbath, daß dir Gott ein Gott deö Lebens sei, daß du Gott dein HauS, deine Familie, dein Geschäft, deineKraft, dein Streben, dein Vermögen, deine Nahrung, dein Glück anvertrauest, daß du dein Leben ihm zu weihen, ihm zu opfern bereit bist, dann baue ihm Tempel; dann wird der Tempel dich hilfreich fördern in solchem Leben weihenden Streben, wird die Sühne, die Heiligung, die Beseligung deines ganzen Lebens vollenden helfen, dann wirst du im Tempel Gott finde», weil du ihn suchest wie er gefunden werden will, suchest nicht für die flüchtige Minute vorüberrauschender Andacht, nicht für die geschmückten Stunde» ccremoniöscr Fcstcsfeicr, sonder» ihn suchest für den vollen Inhalt, für die volle Zeit deines Lebens, als Lehrer deiner Gedanken, als Leiter deiner Gefühle, als Prüfer deiner Worte, als Regler deiner Thaten, als Eigener deiner Güter, als Ordner deiner Genüsse, ihn suchest für dein HauS, ihn suchest für dein Gewerbe, ibn suchest für deine Erziehung, ihn suchest für deine Freuden — Wenn du aber im Leben den Sabbath entweihest, wen» du so wenig Gott als die einzige Stütze, als den einzige Träger deines Lebens verehrest, daß du wicht einmal dew Muth hast, Ihm für Einen Tag in der Woche zu vertrauen, — wenn es dir mit deiner Erhebung zu Gott, welche der Tempel dir bringen soll, so wenig Ernst ist, daß, ein Schritb aus dem Tempel, nicht nur kleiner oder großer Vorthetl, schon der leiseste Reiz, die geringfügigste Gewolmhett, der geringste, flüchtigste Genuß; Scherz; Zeitvertreib genug ist, um dich zu veranlassen mit frivolem Leichtsinn das Zeichen öffentlich

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