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Jeschurun · 1855-08-01 · Heft 11 (August 1855) · p. 599

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1854-1855)
Issue
Heft 11 (August 1855)
Article
Antonio Joseph
Date
1855-08-01
Page
599 (sequence 3)
Language
German
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Von D« Lara. 599 gliedc zählte. Er hatte die besten Werke über die politischen Angelegenhciten seiner Zeit geliefert, Schlachten, Belagerungen, Erdbeben, Ermordungcn, Tod und Geburt großer Herren, Traktate, Alliancen beschrieben, bei denen allen er Augenzeuge gewesen, ja selber eine wichlige Rolle dabei gespielt hatte. ״Er Hatte Alles gesehen, waö er beschrieb, und beschrieb Alles, waö er gesehen." Er war der Erste, der 1705 Zeitungen in Portugal cinführte. Kurz, Hunderte von Namen könnten von Männern aufgcfnhrt werde», die sich durch ihre Schriften berühmt gemacht, welcbe, wie bereits bemerkt, in der Bibliothck zu Lraza anfbewabrt werden, und die, obgleich sie sich zum Katholicismus bekannt, dennoch Juden waren. Unter Denen, deren Namen an der Spiyc der Reibe der dramatischen Schriftsteller glanzen, befindet sich Antonio Joseph, der eigentliche Gegenstand dieser Zeilen. Keiner hat in größerem Maaße zu dem reichen, mannigfaltigcn Schay der portugiesischci! Literatur beitgclragen, Keiner die portugiesische Bnbne auch nur mit dem vierten Thcil dramatischer Dichtungen — alle von böchstcm Wcrthe — bereichert, und gleichwohl, ist dieser durch seine Schriften so glänzende, durch sein heroisches Sterben unsterblichen NuhmeS so würdige Mann, — diescr Mann, dessen Bühnen- Dichtungen noch heute so manches Auge mit Thräncn füllen, — ist dieser im katholischen Portugal so viel genannte Mann, so weit ich glaube, allen seinen Glaubensgenossen selbst dem Namen nach völlig unbekannt. Von seinem jüngeren Leben weiß man wenig mehr als daS Factum, daß nachdem er zu 30 Jahren Witlwcr geworden, er für die Bühne zu schreiben begann. Zu 35 Jahren trat er in einen Mönchordcn und zwar dem Anscheine nach ganz freiwillig und aus Neigung, in Wahrheit aber, um wachgcwordenen Argwohn einznschläfern und daö Gerücht seiner Hinneigung zum Jndcnthnm Lüge» zu strafen, w.lckcö nicht nur durch einige Stellen, sondern gewissermaßen durch die ganze Haltung und Tendenz seiner Schriften veranlaßt worden war. Er wurde in den Orden aufgenomme» und ging nach Brasilien ab. Nach acht Jahren kehrte er nach Portugal zurück und wurde bald darauf in den Kerker der Inquisition geworfen. Zweimal gestand er daö ihm zur Last gelegte Verbrechen und kam mit' einer leichten Strafe und einer strengen Buße davon. Nach einem dritten Rückfall wurde er zum Flammentod auf dem

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