Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 11 (August 1855)
- Article
- Antonio Joseph
- Date
- 1855-08-01
- Page
- 598 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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598 Antonio Joseph, der portugiesischdramatische Dichter. veichS t'ctvacf'tct wurde. Mit diesem Stift war zu jener Zeit eine große Bibliothek verbunden, die die Werke aller portugiesischen Schriftstelletvon nur irgend einiger Bedeutung enthielt. Den Werken eines jeden Schriftstellers war eine kurze biographische Skizze und eine Abhandlung oder Kritik über jedes einzelne Werk bcigcfügt, ,lnd Diejenigen, deren Kenntnis! der portugiesischen Literatur sich auf die Lusiade von CamoenS beschränkt, würden nicht wenig über die große Reihe von Männern und die große Mannigfaltigkeit literauscher und wissenschaftlicher Arbeiten erstaunt sein, die in dieser großen Sannnlung sich ffcsiuden. Unter de» Schriftstellern, deren Werke als Zeichen vorzüglicher Hochachtung mit besonderer Sorgfalt bewahrt wurden, befanden M׳ auch einige Juden, die ihre Zeit und Arbeit der Erleuchtung cin^r Nation widmeten, die sich der Schuld ibrcr Dankbarkeit dadurch entledigt, das! sie sic zum Scheiterhaufen sandte. Einige freilich von chescn erschienen als Ebristen und schrieben sogar zur Vcrthcidigun^ dcS EhristenthumS, indem sie ibrc gründliche» biblischen und rabbÜKschen Kenntnisse und ibrc Vertrautheit mit der heiligen Sprache, so'gut cS anging, diesem Gegenstände zu Gute kommen ließen. Unter diesen war Antonio de chajaS, ein Kapuzinermanch, Joao de San Thomas, ein Dominikaner, dessen Logik in Nom, dessen Philosophie in Madrid, dessen Theologie in Lyon, dessen Erklärung der christlichen Lehre in Balcnzia, und dessen Abhandlung über den allgemeinen Glauben in Lissabon an'S Licht trat. Francisco Fcrrciro, ebenfalls Dominikaner und Lehrer dcS Jnfantcn Don Antonio, Beichtvater des Königs Johann III., der einen Kommentar zu JesaiaS und Hiob schrieb und eine hebräische Bibel edirte, und noch viele Andere. Unter denen, die sich als Juristen auSzetchneten, war Antonio Hvrncm, welcher als Professor an der Universität Eoimbra angestellt war, wo seine Manuseripte noch bewahrt werden. Auch er wurde dcS JudcnthumS angeklagt und znm Tode vcrurtheilt. Sein Hans zu Eoimbra, seiner Vaterstadt, und an dessen Kathedrale er Priester war, wurde geschleift und auf der Stelle ein Monument errichtet, das seinen Namen mit der Ueberschrift:?raeeeptor infelix trug. Wir dürfen auch nicht Freyrc MuscarenhaS unerwähnt lassen, der die ganze Welt durchreist hatte, aller europäischen Sprachen mächtig war, und den jede Akademie in Portugal zu ihrem Mit-