Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 11 (August 1855)
- Article
- Jüdische Gemeindezustände in Kurhessen
- Date
- 1855-08-01
- Page
- 581 (sequence 3)
- Language
- German
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Zweiter Artikel. 531 Denn es kann uns wahrlich nicht gleichgültig sein, einmal zurückzuschauen, unter welchen Einflüsse» sich die Verhältnisse gestaltet, die unsere Gegenwart bilde» und auf deren Boden wir unserer Znkunft entgegcnstrcben sollen. ES kann nicht gleichgültig sein, überhaupt zu erkennen, welchen Händen unsere heiligsten Angelegenheiten anheim gefallen, nachdem man die alten Institutionen, die uns Jahrtausende herab getragen, als autiguirt bei Seite geschoben. Eö kann nicht gleichgültig sein, daS Organisationstalent und die OrganisationSmotive kennen zu lernen, die an der Wiege unserer neuzeitlichen Verhältnisse Gevatter gestanden. Diese Erkenntnis! nach unfern schwachen Kräften in möglichst weitem Kreise zu fördern, zu solcher Erkenntniß in immer weiteren Kreisen anznrcgcn, daö ist der einzige Zweck dieser Betrachtungen. Jede spcciclle, persönlich» oder lokale Beziehung ist ihnen frcind. Ein Problem ist ihnen der Gegenstand, den sie zu analysircn untcrnchmen und bedauern sie eS selbst am allermeisten, daß sie ihr Objekt der Wirklichkeit entnehmen konnten. Wir gehen an unsere Aufgabe. Bei der Organisation eines jeden Gemcindcwcscnö, daher auch bei der eines religiösen, daher auch eines jüdisch-religiösen, wird die Herstellung derjenigen Organe das erste und wichtigste Augenmerk sei», deren Einsicht, Gewissenhaftigkeit und Wirksamkeit unmittelbar die Anstalten und Interesse» dcS Gemeinwesens anvcrtraut werden sollen und durch deren Thätigkeit sich eigentlich daö stete Gemeindeleben vollziehet. Es sind dies nicht diejenigen Organe, die etwa, außerhalb und übcrhalb deö Gemeinwesens gestellt, mit der Aufsicht und Oberaufsicht und Supcrvbcranfsicht zu betrauen wären, die nur darüber zu wachen hätten, daß daS Gemeinwesen im normal gcregelten Gange seine Obliegenheiten erfülle, und deren Thätigkeit, streng genommen, erst da beginnt, wo etwa das Gcmeindewcscn in seiner normalen Entfaltung gehemmt, eines künstlichen Hebels von außen bedarf um wieder in'S normale Geleise zu kommen. Vielmehr sind cs diejenigen Organe, die eben diesen normal geregelten Gang deö Gemeinwesens zu tragen und zu vermitteln haben, die zur Gemeinde intcgrircnd gehören, ja deren edelste Theilc, daS Haupt und Herz des Körpers bilden. Mit einem Worte, die Vorsteher, Depntirten, Acltesten der Gemeinden, oder mit welchem Namen man immer die unmittcl-