Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 11 (August 1855)
- Article
- Aw
- Date
- 1855-08-01
- Page
- Seite 573 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2932754-2932807-2932819-2938826--00795-2938878- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Die Trauer des d. Aw. 1 67,3 diesem Tempel und harrte »litte» i» de» Verirrungen dieses Volkcö (בהוך טומאחם) immer »och der Wiederbesinnung dieses Volkcö und seiner Nnckehr z» seinem Gett und seinem Heil. Als aber der letzte Faden zerrisse» war, der das jüdische Staatsleben an dieses Tboraheiligthum knüpfte, als man '׳שלום, den Frieden, daö irdische Heil wohl wollte, aber nicht, daß בהר ף׳ יראה aber nicht, daß Gott in diesem Frtcdeil leuchte, als auch dieses Volk Stadt und Land von seines Gottes Tempel klüftete und seinen ״Tisch" nicht der Thora, sondern dem ״Schicksal" deckte אורכים לגד שולחן — da wich Gottes Cherubimfittig von diescm Staatcnlcbcn, wich von diesem Lande, wich von diesem Tempel — das Schicksal alles irdische» Staatenlebens begrub auch diesen Staat und seinen Tempel — die Thora ging ins Eril. I» die Hütte», in das Familienleben des verbannten Volkes zog sic mit, feierte ihre Triumphe in den Opfcrtodcn dieses Märtvrcr- Volkes, in dem Paradieseslebcn seiner geschmähten Hütten — aber die Entfaltung ihres Geistes, ihres Segens in der Vollkraft, in der Blüthe eines goltgctragenen Staaten lcbe-ns — ירו-־שלם —, diese Verwirklichung ihrer Gottesbestimmung fiel — der ZufHilft heim. Diesem ״Galull! Schechina", diesem ״Eril der Gottcsherrlichkeit", wie es die Väter sinnig nannten, dieser Verkümmerung der Thorablüthe gilt die jüdische Thräne, gilt der jüdische Schmerz; nicht um daö eigene Galuth, um das Galuth der Thora trauert der Jude — und diese Trauer, dieser Schmerz, diese Thräne.müßte erblassen, müßte schwinden, müßte versiegen — wenn die Volker menschlicher, wenn sic gerechter werden, wenn sie dem galuthmüdcn Israel von Hand und Fuß die Fessel lose», und Israel nun einancipirt, alö ebenbürtiger Bürger in den Verband der nichtjüdischcn Staaten tritt? Ist damit die Thora weniger im Eril? Ist damit daS Galuth der GottcSherrlichkcit zu Ende? Hat damit die Thora ihre» Boden wieder gefunden, wird sic nun heimischer werden auf Erden, wird sie nun tiefere Wurzel schlagen und Blüthcn treiben und alle die Früchte deS Segens und des Heiles zur Reife bringen, für welche sie der ewige Paradiesesbanm deö Lebens sein soll? Oder hat sie nur neue, herbere Prüfungen noch zu bestehen, geht sie neuen Galuthleiden entgegen, droht ihr «in neues, herberes, schmerzlicheres