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Jeschurun · 1855-07-01 · Heft 10 (Juli 1855) · p. 559

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1854-1855)
Issue
Heft 10 (Juli 1855)
Article
Aus Hamburg
Date
1855-07-01
Page
559 (sequence 6)
Language
German
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Au- Hamburg.. 569 die Gemeinde ihr Auge nur aus solche Männer richten, die auch an der Börse über jeden Zweifel erhaben sind. Rechnen Sie dazu die Masse der Indifferenten und der prinzipiellen Gegner unserer Sache, und Sie werden leicht ermessen kennen, daß bei einer allgemeinen Wahl größten Theils tutr die Neichen aus der Wahlurne hervorgehen würden und was wir von diesen in Bezug aus unsere jüdischen Institutionen zu erwarten haben — das haben Sie wohl bereits meinen früheren Erläuterungen entnommen. Aber alle diese Umstande würden minder unheilbringend sein, wenn die Unsrigen unter sich selbst einig wären, wenn sie ebenso wie in der Opposition, auch in der Neugestaltung irgend einer ihr Interesse aufs Tiefste berührenden Angelegenheit wie ein Mann zusammenstünden. Daß dies nicht der Fall ist, muß um so schädlicher wirken, als unsere prinzipiellen Gegner in der Negation vollkommen einig sind und bandeln, was freilich weit leichter ist; eben deshalb aber sind sie in kräftiger Durchführung ihrer Idee uns bei Weitem voraus. Allerdings hat das Borstehereollegium durch seine unumschränkte Machtvollkommenheit in einzelnen Fällen unsere heiligsten Interessen schlecht vertreten oder gar schmählich verletzt. Diese Fälle stehen aber doch nur vereinzelt da, sind hänsig mehr aus Unkenntniß als aus bösem Willen hervorgernfen und wurden nur dann gefährlich, wenn einzelne Mitglieder des Vorstandes zu unseren prinzipiellen Gegnern gehörten, die es sich zur Lebensaufgabe gemacht batten, nnsere Sache zu ruintren. Im Allgemeinen sieht sich der Vorstand als Vertreter auch unserer Sache an und tritt uns nicht nur nicht feindlich entgegen, sondern gibt auch billigen Forderungen unserer Seits, wenn sie mit Wurde und Nachdruck von uns vertreten werden, Gehör. Wann aber treten die Männer, die wir in der Hauptsache zu den Unsrigen zählen dürfen, zu einem energischen Wirken zusammen? Höchstens nur, wenn es gilt, gegen ein Vorhaben, das unsere religiöse Existenz bedroht, gemeinschaftlich Oppofitton zu machen. So fanden sich, als der Senat die ans Mischeben erzeugten Kinder, sie mochten Juden sein oder nicht, in unsere Gemeinde dekretiren wollte und der Vorstand Miene machte, sich diese Ungerechtigkeit gefallen zu lassen, in einigen Tagen 1000 Unterschriften zusammen, um einen Protest dagegen einzulegen und das

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