Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1855)
- Article
- Aus Hamburg
- Date
- 1855-07-01
- Page
- 558 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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558 Gemcindewesk». liches Resultat würde bei der Verwaltung aller anderen Angelegenheiten der Gemeinde erzielt werden, wenn die Mitglieder dersclbs» in irgend einer Weise dabei thätig sein,. oder nur ihren Einfluß geltend machen konnten. Statt dessen wird, wie wir schon gezeigt, Alles vom grünen Tische dcS VorstehercollcginmS anS dekretirt, ohne daß die Gemeindemitglieder, oder von ihnen bestellte Vertreter auch nur zu Rathe gezogen werden; und daß diese Vorsteher nicht als Vertreter der Gemeinde betrachtet werden können, daß düse auf ihre Wahl nicht den geringsten Einfluß übt, ist bereits gezeigt worden. Daß eine Aenderung in dieser Beziehung eine Besserung in manchen Theilen herbciführen würde, ist nicht zu bezweifeln, ob sie aber zu einer radikalen Heilung unserer Verhältnisse führen würde, wie Mancher glaubt, ist sehr die Frage, da der Schade» tiefer liegt. So dürfte z. B. selbst bei einer allgemeinen Wahl kaum eine durchgreifende Veränderung in den Persönlichkeiten, die an der Spitze unserer Gemeindeverwaltung stehen, zu erwarten sein. Das Höchste, was wir erreichen, mit großen Anstrengungen erreichen würden, würde sein, daß wir wenigstens einzelne Männer in den Vorstand bringen würden, die unsere Sache am gehörigen Orte kräftig vertreten könnten, was allerdings schon ein Gewinn wäre. Wer nämlich die Schwierigkeiten kennt, eine zahlreiche Versammlung zu einmüthigen Beschlüssen und kräftiger Ausführung derselben zu bringen, wird gew'iß dafür sein, daß das Vorstehercolleginm nicht aus zu viele» Köpfen bestehe. Nun erfordern aber die mannigfachen Interessen einer so großen Gemeinde so viel Zeit und Aufmerksam-?eit, daß schon aus diesem Grunde in dem mit Geschäften überladtneu, in dem oft mit Sorgen und Mühen kämpfenden Mittelstände (wie ich daS im Eingänge meiner Berichte auseinandcrgcsetzt habe) sich nur sehr Wenige finden werden, die die Verwaltung eines Borsteher-AmteS übernehmen könnten. Wir sehen jetzt schon täglich, wie schwer es ist, für solche Verwaltungen, die einer besonderen Aufmerksamkeit bedürfen, wie Schulvorstchcr, Waisen- und Krankenhaus- Direktoren, unter dem Mittelstände fähige Männer zu finden, die die nöthige Zeit zu einer wirksamen Führung ihres Amtes hergeben können; wie viel mehr wird dies bei dem Amte eines Vorstehers der Fall sein. Ferne, wird in Bezug auf die Vertretung der Gemeinde dem Staate gegenüber, auf die Verwaltung unserer Finanzen rc.