Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1855)
- Article
- Aus Hamburg
- Date
- 1855-07-01
- Page
- 557 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Au» Hamburg. 567 dem Neubau und der gänglichen Umgestaltung der hiesigen WohnungS- Verhältnisse maßgebend sind; oder auf das Geburtsland des zu Erwählenden; auch für die mit diese» Anstalten verbundenen Synagogen, die ursprünglich nur zum Zwecke hatten, den Lernenden die Einhaltung der Betzciten zu ermöglichen, ohne sich vom Hause zu entfernen, wird so gewissenhaft gesorgt, daß die pompöse Synagoge, dir zu einer dieser Klausen gehört, fast glauben ließe, daß daS Institut nur zum Beten in's Leben gerufen wäre; ob aber die Männer, die bei diesen Anstalten fungtren, trotz ihres makellosen Charakters, trotz deS ״Lamdonus" das Einige von ihnen auszcichnct, im Stande sind, in heutiger Zeit מרביץ חורה בישראל zu sein, das ist eine Frage, die diese Herren wohl selbst nicht unbedingt bejahen werden. Sie gehören sämmtlich ihrer wissenschaftlichen Bildung nach einer frühern Zeit an; Keiner von ihnen ist fähig, ל^וח לו^ף דבר ,,dem Müden zeitgemäß das Wort zu reden." Betrachten wir nun die Summe aller Leistungen, die in unserer Gemeinde für die Erhaltung und Befestigung des Judcnthums zu Tage gefördert werden, so müssen wir leider das Geständuiß ablegen, daß sie weder den Bedürfnissen, noch den vorhandenen Mitteln, noch den mannigfachen rühmlichen Bestrebungen in dieser Beziehung angemessen sind. Um eine Besserung dieser bedauernswerthcn Erscheinung anzubahne», ist es nöthig, daß wir ihre Ursachen erforschen. Zuerst trägt allerdings die ganz anomale, oder wie es richtiger bezeichnet würde, die gänzlich mangelnde Gemeindeverfassung einen großen Th'eil der Schuld. Wir haben gezeigt, wie viel BewundernSwürdiges auf dem Gebiet« der Armenversorgung geleistet wird und das wird hauptsächlich dadurch erreicht, daß sich dabet fast die ganze Gemeinde aus irgend eine Weise betheiligt. Fast jeder Jude hat Gelegenheit, und sei es nur als stimmgebendes Mitglied auf der Generalversammlung irgend eines der vielen wohlthätigcn Vereine, Hunderte aber als Vorsteher derselben, oder als Verwalter eines wohlthätigen Legates, bei der Armenverwaltung mitznwirken. Dadurch gewinnt der Gegenstand an Interesse für jeden Einzelnen. Der Laueste und Selbstsüchtigste wird einmal angeregt, über die Noth, die ihn umgibt, nachzudenken und auch derjenige, der unserer Armenbevolkerung am Entferntesten steht, hat Gelegenheit, dieselbe mit ihren Bedürfnissen a«S der Praxis kennen zu lernen. Ein ähn-