Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1855)
- Article
- Aus der Mappe eines wandernden Juden
- Date
- 1855-07-01
- Page
- 541 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Au« bet Mappe eine« wandernd«« Juden. 541 versteht au« ihm den Abglanz der göttlichen Majestät, der über die Himmel ergossen 25 אשד חנה הודך על הש2!י Es spricht das Göttliche zum Göttlichen, es spricht das Verwandte zum Verwandten, und darin liegt der ewige Sieg des Göttlichen auf Erden. Zn diesem doppelten Abglanz, in dem Himmel über uns und in dem Himmel in uns bat Gott uns Sein Dasein, Sein Da-Sein doppclt besiegelt, und damit den unerschütterlichen Thron seines einstigen Gottesreichs auf Erden erbaut. Das Gewissen mit seinen Dienern: der Scham und der Reue, das Rechtsgefühl und die Liebe, dieser Dreiklang des Göttlichen in uns, diese Thatsachen, deren Realität jede Menschensecle in sich fühlt, sind ebenso viele Verkündigungen der freien Persönlichkeit im Menschen, die alle mikroskopische Weisheit und alle Blut- und Brut-Physiologie nicht einmal in ihren Anfängen je zu ronstruiren vermögen wird. Nur die die Acußcrungen dieses Göttlichen begleitenden sinnlichen Erscheinungen vermögen sie zu erlauschen, wie sic denn überhaupt in der Welt um uns und in der Welt in uns nur Gewordenes, nie aber ein Werdendes, geschweige denn, das dem Werden Vorangehende, den ersten Anstoß der Veränderung zu erfassen vermögen j hier wie dort sehen sie, wie das heilige Wort sich ansdrückt, nur dem Göttlichen im Rücken, nachzuschauen vermögen sie dem Göttlichen, aber in sein Angesicht schauen sie nimmer, und darum bleibt ihnen trotz Anatomie und Physiologie, die Welt und der Mensch noch immer das ungelöste Rathfel. Das fühlen sie auch selbst, das sind sie auch so naiv selbst zu gestehen, aber sie meinen, weil sich ihr Blick für die Welt der Erscheinungen so bedeutend erweitert, so werden sie auch sicherlich »och den letzten Grund der Erscheinungen im Kreise der Erscheinungen entdecken, darauf vertrösten sie ihre Zünger, und sehen nicht, daß so lange sie nicht diesen letzten Grund mit ihrer Lupe wirklich erschaut, sic für das eigentliche Resultat ihrer Eirtdeckungen, für die Leugnung des immateriellen Uv־ grnndcs aller sinnlichen Erscheinungen, eigentlich noch gar Mchts entdeckt. Aber, als ob sie der Einlösung dieses in so stolzer Zuverficht von sich, auf sich ausgestellten Wechsels schon so gewiß wären, als ob sie diese einzige Bedingung ihres Vorgehens bereits gelöst, oder auch nur einen Schritt zu dessen Lösung gcthan, treten sic kühn als 'צוררי ך auf, kündigen sie dem Göttlichen den Krieg, verdrängen,