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Jeschurun · 1855-07-01 · Heft 10 (Juli 1855) · p. 540

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1854-1855)
Issue
Heft 10 (Juli 1855)
Article
Aus der Mappe eines wandernden Juden
Date
1855-07-01
Page
540 (sequence 4)
Language
German
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IRI
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640 Au» d«r Mappe eine« wandernden Inden. eö ist eben dieser Sieg, den er besingt. Jst'S denn nickt überhaupt ein trauriges Zeichen kenntnißarmcr Beschränktheit, daß diese neueste, Gott und Freiheit leugnende Schule ihre ״Wahrheiten" als noch nie dagewesene Entdeckungen deS menschlichen Geistes in die Welt hinausposaunt und diese Welt sie auch als himmelstürmendc Giganten anstaünt, die eben nur der neuen ״Gäa", den unendlich sortgcschrittenen Erforschungen der Erdwelt ihr Entstehen verdankten! Als ob dies beschränkte (— und doch nnr vermeintliche! denn mit jedem Urtheil, mit jeder Causalitätsverbindung, mit jeder Abstraction des Allgemeinen aus dem Besonder״, mit jedem Naturgesetze, von dem diese Weisen reden, gehen sie schon weit, weit über das sinnlich Wahrnehmbare hinaus, und sind soniit in arger Selbsttäuschung befangen —) als ob dies beschränkte Stehenbleiben bei dem sinnlich Wahrnehmbaren, dies willkührliche Leugnen alles sich doch der Reflerion mit gleicher, ja mit noch überwiegender Realität ankündigenden Sittlichen und Geistigen im Menschen, als ob dies Alles nicht so alt sei als — die Speculation selbst, so alt als das menschliche Anschauen und Denken über die Welt und ihre Erscheinungen, so alt als die im Schlepptau des sinnlichen Bcgchrungövermögens bcfangene Weltbetrachtung, jenes ׳הלוך העיני□ אחרי הלב wie schon die jüdischen Weisen diese Verirrung so treffend bezeichnen, — als ob diese neueste Weisheit, trotz der Entdeckungen der mikroskopischen Physiologie und der enthüllten Zeugungswunder auch nur ein neues Argument vorgebracht, das nicht schon vor Jahrtausenden von der atheistischen, atomistischen, materialistischen Speculation bei Indern und Griechen ausgestellt worden, als ob dieser ganze Gegensatz der Gott, Seele und sittliche Freiheit leugnenden, sinnlich besangcnen Anschauung nicht seit Jahrtausende» bereits immer von Zeit zu Zeit zu Tage getreten, von je und je aber durch die Realität des sittlichen Bewußtseins der Menschen siegreich überwunden worden wäre! מפי עוללים ויונקים יסדה עוז singt scho» unser Nachtpsalm, in jedem neugeborenen Säugling, in jedem Lächeln einer Kindcssecle liegt ein Sieg über diese himmelstürmende Gigantenweisheil! Nein wie in der ersten Mcnschenschöpfnng trägt jede neue Seele alles göttlich Freie von Neuen, in de״ Kreis der gebundenen Erdnatur, ist sich deö Abglanzes des Göttlichen im eigenen Innern bewußt und

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