Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1855)
- Article
- Sabbath
- Date
- 1855-07-01
- Page
- 529 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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4. Der Sabdarb der Aebnflebote. 529 Finger zittern, wie Er nicht nnr Gott der Natur, sondern auch Gott der Geschichte sei, nicht nur Gott des Himmels, sondern auch Gott der Erde, und nickt mir Gott der Erde, sondern auch der Länder und Städte und Hütten und Häuser, Er mitten im Mensckenkreise, im Staatenleben Gott sei, und kein Fürst auf dem Throne und kein Sklav unter der Zicgellast zu hoch oder zu nieder sei, dem Er nicht nahe wäre, richtend, rächend, helfend, rettend — hatte Israel nicht umsonst in Mitte dieser großen Erfahrung inS vvlkergesckichtlicke Ledcn geführt. Auf dem Boden dieser Erfahrung sollte ei» ganze- Volks- und Staatenleben sick entfalten, in welchem kein Raum für egyptische Natur- und Menschenvergötterung wäre, kein Raum für egyptische Gottverleugnung und Menscheinyrannei. Auf dem Boden dieser Erfahrung sollte sich ein Volks- und Staatenleben aufbauen, in welchem Wissenschaft und Kunst, Zndustrie und Handel, Kraft und Mackt nicht den Schleier über das Menschenauge werfen, daß eö den einen einzigen Gott nicht mehr schaue, nicht den Panzer um daS Menschenherz legen, daß eS seine eigene göttliche Würde nicht mehr fühle und Nichts mehr fühle für die Gottesgenien der Menschheit, Nichts für dir Wahrheit und das Reckt, Nichtfür die Sittlichkeit und die Liebe. Auf dem Boden dieser Erfahrung sollte sich ein Volks -und Staatenleben entfalten, in welchem die Sonne der Gottesherlichkett nicht untergehen müsste, damit die Sterne der Menschengröße sichtbar werden, in welchem Wissenschaft und Kunst, Industrie und Handel, Menschenkraft und Macht nicht daS goldeisenthönerne Götterbild verklärter Menschenherrltchkett zur Selbstanbetung aufrtchten, und nicht vor der Selbstanbetung der Kreatur die Anbetung des Schöpfers erbleichen sollte. Auf dem Boden dieser Erfahrung sollte vielmehr ein Volks- und Staatenleben sich entwickeln, in welchem die Entfaltung der kleinsten und größten Menschenthätigkeit an Gott anknüpfen, in welchem die gemeinste und