Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1855)
- Article
- Siwan
- Date
- 1855-06-01
- Page
- 499 (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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499 שבועות..11 zigkcit der Thora, die dieser Tag dir gebracht, zur Erwägung der. ganzen Fülle von Leben und Heil, die diese Thora dir bringen will. Dir — bringen will! Denn ach, die Flöte ist längst verklungen ans Israels Gefilden, nicht reift mehr die Feige, nicht glüht mehr die Beere, nicht füllt sich mehr die Granatfrucht, nicht lebet und webt mehr die Freude im Lande der Milch- und Honig- Fülle. War ja überall nur kurz und spärlich die Zeit der Selbstständigkeit und der heiteren Lebensscligkcit, die Israel im Lande der Thora genoß. Wohl streben noch die Berge, wohl rieseln noch die Flüsse, wohl dehnen sich noch die Ebenen, wohl wölbt sich noch derselbe Himmel über denselben Boden. Aber so lange dorthin nicht Israel wiederkehrt, Israel als Israel, als Volk Gotteö und Seines Wortes, so langc die Thora dort nicht endlich zu ihrer vollen Wahrheit und Wirklichkeit gelangt, so mögt ihr vergebens dort Industrieschulen und Ackcrbaucolonien stiften, so lange bleibt selbst der Boden des Paradieses — eine Wüste. . Und diese Thora, diesen gottgcsandtcn Keim aller Hcilcözukunft, diese einzige Bedingung einer Selbstständigkeit und hinicdigcn Seligkeit, die im Ganzen und Einzelnen vergebens auf irgend andcrm Wege, vergebens durch irgend andere Mittel angcstrebt werden, diese Thora, die noch kaum eine Vergangenheit gehabt und die die Zukunft aller Ewigkeit in ihrem Schooßc trägt, diese ״Thora" wollet Ihr als amiquirt bei Seite schiebe», wollet sie zu den abgelebten Dinge» werfen, die ihre Zeit gehabt, die für ihre Zeit einmal gut gewesen, die aber von unserer Zeit — deren Paradicscszustände freilich zeigen, welche herrliche Selbstständigkeit und heitere Glückseligkeit auf Erden die internationalen Beziehungen und die Verhältnisse der Einzelnen den Völkern und Menschen auch ohne ״Thora" zu bereiten vermögen! — längst überflügelt worden?! Sehet! Ein Symbol hatte das Fest der Thora euch nicht in die Hand zu geben, mit einer absonderlichen Feier nicht sein Andenken euren Seelen einzuprägen, aber mit zweien Namen tritt es euch entgegen, unter zweien Namen will eö von euch gedacht werden, deren Einer jene. Seligkcitöblüthen zeigt, deren Paradiescspflegc die Thora bringen soll, deren Anderer aber jeden solchen Gedanken einer Antiquirung mit zürnendem Ernst in die Nichtigkeit vermessener Lüge zurückschleüdert. rs*