Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1855)
- Article
- Siwan
- Date
- 1855-06-01
- Page
- 490 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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490 ©(weit. Freude und die Seligkeit findet, .die ihm aller Wechsel und Wandel dcS Geschickes nicht zu rauben und zu trüben vermag. Nur die von Gott der Mündlichkeit übergebene Offenbarung mit ihrem, da ganze Leben in allen seinen allgemeinen und bcsonderen Beziehungen umfassenden Inhalte, hat das Gcistcsauge dcS Inden geweckt und geübt, die k.cinstcn Seiten der menschlichen Vcrhältnisse unter dem Gesichtspunkte der Wahrheit und dcö Rechts und der Pflicht, der Billigkeit und der Liebe, der Schuld und der Unschuld, des Erlaubten und Unerlaubten zu würdigen und zu ermessen, zu verbinden und zu scheiden, und hat eben durch den Charakter ihrer Mündlichkeit, Allgemeinheit und Ocffcntlichkcit so sehr die ganze Nation und in der Nation so sehr den ganzen Menschen in jedem Einzelnen erfasst, das, sie dem fast vicrthalbtauscndjährigcn Geistesleben einer ganzen Nation Nahrung gespendet, alle Geister derselben zur gemeinsamen Arbeit an Einem großen geistigen Rationalban wach gerufen, in dieses Eine gemeinsame geistige Streben, alle Sonderungen, Verschiedenheiten und Abstufungen der Alters-, Standes,- Nangcö-, und Geschicks-Unterschiede gufgchcn ließ und alle, alle Juden zu einem einzigen geistigen Adel, in einen einzigen geistigen Orden vereinigte, in welchem Zeder, auch der Aermste, auch der ״Ninderhirt" und der ״Schntthorwcbcr", seinen Werth und seine Geltung und somit das aufrechthaltende Bewußtsein seiner Bedeutung im Kreise seiner Nation zu finden wußte, und durch welchen der Baum der jüdischen Gcistesentfaltung so heiter kräftig, so gesund und frisch gepflegt wurde, daß von dessen Mark noch unbewußt die heutigen Enkel zehren, die in ihrer stolzen Unwissenheit rüstig daS Ihrige thun, daß sich ihre Enkel einst nickt gl eicher geistigen Erbschaft erfreuen mögen. — Die von Gott der Mündlichkeit anvcrtraute Thora-Offenbaruug ist es endlich, die die eminentesten Träger derselben zu einer solchen Höhe der Weisheit hob, daß sie jene bewundernswürdigcn Institutionen, jene מרוח und חקנוח im Geiste der Thora zu schaffen vermochten, die sick als Bollwerk und Schutz, die sich als Förderung und Hebel der Thora in unserer großen jüeischen Vergangenheit so glänzend bewährten, — die das jüdische Gemeindewesen also gründeten und regelten, daß, wo nur auf weiter Erde zehn Jude» sich zusammen fanden, dort in lebenskräftiger Verjüngung