Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1855)
- Article
- Siwan
- Date
- 1855-06-01
- Page
- 489 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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7. Tradition. 489 als den Namen, und der sie in .allen übrigen Beziehungen auf'S rollendeste entgegengesetzt ist?! Jst'S ja auch eben die ה׳ש׳ב׳פ, eben der der Mündlichkeit vorb^'altenc Thcil der Thora, und gerade wegen dieser Mündlichkcit, durch welchen die Thora jene unerschöpflich zu preisenden Wunder ihrer Wirkungen bewirkte! Wenn die Thora, deren Fest Schawuotb feiert, wenn ste die ״allumfassende", ״Seelen crgnickcndc", ״Herz erfreuende", ״Augen erleuchtende", ״reine", ״sich ewig bcwährende", ״treue Lehrerin der Weisheit" ist und der ״Wahrheit" und dcö ״Nccbtö" , — wenn sie sich als die Trägerin eines mehr denn drcitauscudjährigeil Natiouallcbens eines ganzen Volkes bcwähren konnte, — wenn sie diesem Volke Ersatz bieten konnte für Alles, waS sonst daS Leben verschönert und erhebt und beglückt und beseligt, — wenn sie dieses Volk mit einer Klarheit dcS Geistes, mit einer Reinheit der Sitte», mit einer Weichheit dcö Herzcnö, mit einem Familienleben sonder Gleiche», mit einem Wohlthätigkcitssinn sonder Beispiel, mit einer Begeisterung für alles mcnschsich Reine, Gute und Edle, und zugleich mit einem Muthe, einer Ausdauer, einer Standhaftigkeit und einer Opfcrfreudigkcit auSgcstattet, die selbst seine Feinde ihm zuerkenncn und um die es selbst seine Feinde beneiden, — wenn Ihr am Schawuothfeste die Thora um aller dieser Segnungen willen preiset, o, so täuschet Euch doch nicht, so ist's ja gerade die וז׳ש׳ב׳פ»*^ der der Mündlichkeit anvertraute Theil der Thora, 'dem wir diese Segnungen verdanken. Nur die von Gott der Mündlichkeit überlieferte Offenbarung gibt erst den Geboten seiner Thora jenen Leben gestaltenden, Leben erfüllenden, Leben umspannenden Inhalt, der den Geist dcö Gottbcwusitscinö in alle Fugen des irdischen Daseins trägt, und dadurch die ärmste Hütte des Juden zu einem Gottcötempcl und seinen Tisch zu einem Gottcöaltar und ihn selbst zu einem Gottcspriestcr und seinen ganzen Wandel zu einem Gottesdienst und sein ganzes Leben und Streben zu einer Hymne der Gottverherrlichung umwandelt, und ihn mit jeder kleinsten Regung seiner Gedanken und Gefühle, seiner Worte und Thatcu, seiner Bestrebungen und Genüsse in die Bundesnähe seines Gottes setzt, in welcher er den Geist und die Kraft und den Muth und die Heiterkeit und den Frieden und die