Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1855)
- Article
- Siwan
- Date
- 1855-06-01
- Page
- 488 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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488 Stw « n. Urkunden untersagten — weil dies Alles a'so in andern Kreisen sich verhalten soll, weil alle diese ׳/crdächtigen Erscheinungen der ״Tradition" in andern Kreisen anhämkm, schleuderte man mit demselben Namen auch dteselben ^Verdächtigungen aus die jüdische Thoraüb crlicferung, o^ie zu bedenken, daß hier nickt lur von dft'n diesen Umständen keiner vorhanden sei, sofern hier?wiederum Alles im geraden Gegensatz sich verhalte. Kein Stand, keine Kaste, daS ganze jüdische Volk war Träger und Inhaber der Tboraübrrliefcrung, — העמידו חלמי^׳ים הרבה, die Kcnntniß dieser überlieferten Thora bis in 'die letzte Sckichj d^^Na^ic,!^.überall zu verbreiten, war die erste und heiligste von dieser Ucberliefcrung gelehrte Pflicht,— jeder rechtschaffene Jude, und wäre cö ein ״Rinderhirt," oder ein ״Weber vom <Achutthor in Jerusalem", wurden als Träger und Inhaber der Tradition vor dem höchsten jüdischen Gesetzesforum angchört und beachtet, — keinerlei Dort heil war mit d»r traditionellen Gesetzeskunde verknüpft, bis in das dritte Jahrtausend ihres Bestehens ward crwcisltch kein Wort ihrer Lehre um'ö Geld gelehrt, kein Gesetz ihrer Lehre gegen Sold gehandhabt, und die eminentesten Träger derselben waren überall die Ersten alle Opfer zu bringen, die ste lehrten, alle Enthaltung zu üben, die sie heischten, und mit der Wahrhaftigkeit ihres Lebens die Wahrhaftigkeit dieser Lehre zu besiegeln; — Hand in Hand endlich mit der mündlichen Lehre reichte diese selber jedem Juden nicht nur die Pflicht, den dreimaligen öffentlichen Vorlesungen der schriftlichen Thora in jeder Woche bcizuwohncn, nicht nur die Pflicht sich in Besitz einer Abschrift dieser Thora zu setzen, sondern sogar die ernste, mit allen Segensverheißungen besonders anempfohlcncr Verpflichtung, die ganze schriftliche Thora jedes Jahr mindestens zweimal im Texte und einmal in der Wortlichen Uebersctzung deS Onkelos im Volködialekte durchzulesen! Und diese, von der öffentlichsten Oeffentlichkeit, von dem Gesammt-Volke selbst, dem sie galt, und.nur um ihrer selbst willen getragene Tradition, wagt man mit irgend einer andern Erscheinung zu vergleichen, mit der ste nichts gemein hat