Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1855)
- Article
- Siwan
- Date
- 1855-06-01
- Page
- 485 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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7. Twbltl-n. 485 rade ihrer ist mit keinem Wörtchen in dem schriftlichen Gottesworte erwähnt, nur der mündlichen Uebcrlicferung, nur der חורה שב^ל פה verdanken wir daö Offcndarungsfcst der חורה שבכחב, und sind sofort mit dem ersten Andenken der schriftlichen Lehre auf 'ר^שב׳פ, auf die mündliche Lehre, auf die Tradition hinge wiesen. Siche da wiederum die tiefe Bedeutsamkeit deö Schweigens der Thora von ihrem eigenen Feste! Die schriftliche Lehre selber giebt sich preis, so wir die mündliche verleugnen möchten, die schriftliche Lehre selber leistet Verzicht auf ihre Existenz, so ihr die Existenz der mündlichen nicht vorangegangen, die schriftliche Lehre überläßt das ganze Bewußtsein von ihrer Feier dem lebendigen Fortlebcn deö mündlich von Gott überkommenen Wortes. So will die schriftliche Lehre nur gefeiert werden in einem Kreise, den der lebendige Hauch deö gleich ihr göttlichen Wortes der mündlichen Lehre durchweht, und setzt das Dasein dieser mündlichen Ueberlieferung als Vorbedingung ihrer eigenen Existenz in Israel. So kündet sich die schriftliche Lehre selber an als getragen und verbürgt durch die mündliche Lehre. Daö ist der zweite Gedanke, mit welchem das Schweigen der Thora vom זמן מחן חודחנל uns grüßt. Zst's ja auch überall nicht die mündliche Lehre, die Garantie und Bürgschaft in der schriftlichen zu suche» und zu finden hat; sondcrn es ist die schriftliche Lehre ganz allein uns nur durch die mündliche Uebcrlicferung verbürgt. Wenn wir diese Thora, deren Offenbarung wir an Schawuoth feiern, hoch aufhebcn, und ihr zujauchzend rufen: זאח החורה אשד שם משה לפני בני ישראל, daß dieß noch die Thora, dieselbe unverfälschte, reine und ächte Thora sei, die Moscheh Israel gebracht, ״von Gottes Mund durch Moschch'S Hand", — wenn wir in der Zuversicht leben und sterben, daß dieses Kleinod uns rein und acht, unverkürzt und unverfälscht in allen Wechseln und Stürmen eines mehr alö dreitauscndjährigen Geschickes bewahrt und erhalten worden, wenn wir unser und unsrer Kinder ganzes, zeitliches und ewiges Heil der Wahrhaftigkeit dieser Thora überlassen — welche andere Bürgschaft haben wir dafür, als die Wahr- Hastigkeit der Ueberliefernng der Väter? als die Wahr-