Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1855)
- Article
- Sabbath
- Date
- 1855-05-01
- Page
- 427 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2932754-2932807-2932816-2938619--00621-2938668- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
3. Der Sabbath (n der Wüste. 427 dienste Des gebrauchen, der ihn in den Garten der Natur gesetzt sie zu ״schützen und zu vollenden." Er kriecht und zittert nicht vor Menschcngewalt. Der Name Gvtl hat ihn frei gemacht, frei von Mcnschcnsurcht und und Menschcnvergötternng. Seiner bescheidenen Hütte ist Gott so nahe, wie dem Drängendsten Lustgebände, die Häupter seiner Kinder in ärmlichster Wiege sind fo von Gott gezählt, wie die Sprossen scidcnuinhüllctcr Geschlechter, sein Herz unter gröbstem Kittel schlägt so zu Gott cnipor, wie die Brust des glanzbckleideten ManneS, seincm stillen bescheidenen Wirken ist Gott so nahe, wie den von Menschenposauncn verkündeten Nuhmesthatcn — und wenn Gott mit seinem stillen reinen Schaffen ist — was kann der Mensch ihm thun?! Er ist kein Feind im Menschenkrcise. Der Name Gott hat ihn frei gemacht, frei von Neid und Hochmntb,, von Haß und Feindschaft, von Rache und Gewalt. Wie fr sich nicht nach seinem äußern Erscheinen schätzt, wie er sich im Bunde fühlt mit Gott, so siehe! er Gottes Namen über jedem seiner Menschenbrüdcr schweben, und dieser Name führt Jeden ihm als seinen Bruder zu, und läßt ihn den Kreis eines Jeden als durch GottcSivaltung geheiligte Stätte grüßen. Cr blickt nicht hochmüthig auf den ärmsten seiner Brüdcr hinab und er beneidet nicht den Reichsten. Freudig gönnt er Jedem seine» Segen, Jedem daS Looö an Besitz, Genuß und Ehren, welches Gott ihn finden ließ. ״Der Vielsaminler hast in seinen Augen nicht mehr, der Wenigsammlcr in seinen Augen nicht weniger, als daS Eine gottbestimmtc Maas! für jedes Mcnschcnhaupt." ״Concurrenz", dieses Wort dcö Segens und deS Fluches, das sabbathloS die Gemüther in Schweiß und Staub der Glückeörennbahn jagt, daö das freundliche Auge, das heitcrfreundlich jedem Mitwaller auf Erden zulächcl» soll, zum bösen Netdesblicke trübt, daS die Hand, die jedem Mitwaller männlich liebreich, mit- und nachhelfend sich bieten soll, zur Faust der Gewalt oder zum listig verschlagenen Nackenstoße ballt, daS das Herz, daS gottlichmcnschliche Herz, in welchem die Barmherzigkeit und die Liebe gottnachstrebend wohnen soll, mit sieben Schlossern des Neides, der Mißgunst und deö Hasses lieblos verschließt, daö den Geist, den gvttlichmcnschlichen Geist, bestimmt *צג