Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1855)
- Article
- Sabbath
- Date
- 1855-05-01
- Page
- 428 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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428 Sabbath. eine Leuchte der Wahrheit und des Rechtes und der Heilesweisheit zu sein, zum Diebcslicht der Lüge, des Unrechts und der Gewalt verkümmere, — ״Concurrenz", die de» McnschenkreiS von einer gottgcsegnetcn Brudcrfamilie zu einem Heerde ununterbrochenen Brudcrkampfes entzweiet — (50ncui• reit3 bat für den Menscheu des Sabbaths idre fluch dringende Kraft verloren. Er ist nicht da um auf des Nachbars Trümmern sein eigen Haus zu bauen, er ist nicht da um auf des BrudcrS Nacken den stolzen Fuß der eigenen Große zu setzen. DeS Bruders Sturz kann idn nicht heben, des BrudcrS Steigen ihn nicht hindern. Sei» Gott ist reich genug, den reinen Kreis Millionen strebender Menschenhütten segnend zu speisen. Und wie die neidische Angst der Mißgunst aus der Sabbathbrust dcS Menschen weicht, sprießen von selbst die Paradiesesblülhen der Liebe und Milde im Mcnschcnhcrzen auf, die ihn cngelglcich zum Mitbau des Nachbarglücks beflügeln und ihn seinen schönsten Segen erst in dem Segen erkennen lassen, den er dem Brudermenschen liebend hat bereitet. Der sabbatblose Wahn, der den Menschen ״in seiner Hand nur seinen Gott zu haben" lehrt, der den Menschen ״seinem Gcwaltnctz und seinem Listrcisig opfern läßt, weil durch sie sein L00S er fett und seine Speise schmackhaft findet", der Wahn macht ״die Menschen wie des Meeres Fische, wie Gewürm, das keinen Herrscher hat;" denn mit ihm hat die Menschheit ihren einzigen Halt, ihren Gott cingcbüßt. Aber der Sabbath läßt die Menschenhütten und Menschenherzcn in Gott nicht nur den Gott des Weltalls, sondern den Gott, den ewig hohen und ewig nahen Gott jeder Mcnschenhüttc, jeder Menschenscele erkennen, und seiner Obhut und seiner Leitung jede Hütte und jede Seele thertsächlich unterstellen, und bringt mit dieser Erkenntniß und dieser Weibs allen Hütte» Heil und allen Seelen Frieden. Gebet den Sabbath der Welt und ihr brechet die Fesseln, und ihr schließet die Wunden der Menschheit.