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Jeschurun · 1855-05-01 · Heft 8 (Mai 1855) · p. 413

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1854-1855)
Issue
Heft 8 (Mai 1855)
Article
Ijar
Date
1855-05-01
Page
413 (sequence 5)
Language
German
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Di« Sefirah- 413 Wurzel trotz Allem, trotz allen verjährten, ticfanerzogencn Wahnes jahrhundert langer Verkennung, doch das Gefühl des Rechts und der Menschlichkeit und des GottgcdankcnS in dem tiefen Grunde der Völkcrhcrzen noch habe, wie nur die Ereignisse, die großen Schicksalszungcn mit ihren! wclterschüttcrnden Donner, mit ihren welkerleuchtenden Blitzen die Menschheit auf die volle Höhe ihres ureigenen Bewußtseins zu beben brauchen, — wie nur einmal Gott mit den Flamme» seines Rechtes und mit dem ParadiescShauchc seiner Liebe die Brust der Menschen recht zu fassen brauche und die großen Götter des Wahnes und des Hasses, und die kleinen Götzen der Selbstsucht, der Engherzigkeit, dcS Interesses, der Beschränktheit und — der Einfalt liegen für immer in Trümmern — die crlösungssüchtige Menschheit beugt sich selbst nieder zu dem von ihr seit Zahrtausenden gefesselten Brüderstamm, durch Lösung dieser Fesseln sich erst selbst der Erlösung würdig zu zeigen, Israel, daö errettete Israel, dem Einigeinzigen als Pfand der Huldigung, als Weihegabe der Anerkennung darznbringcn — und damit daS Weh der Zeiten und die Sühne der Welt zu schließen. Es war ein Traum — cs war eine vorüberflatterndc Verzückung der Völker —^ die Menschen waren selbst von dem Göttlichen überrasckt, das noch in ihrem Herzen wohnte, überrascht von der überwältigenden Macht, die die Stimme der Wahrheit und des Rechts in einem reinen, gehobenen Moment deS Bewußtseins noch über sie zu üben im Stande war, überrascht von der Opferfreudigkcit, deren sie sich in geweihten Augenblicken gesteigerten Mcnschcnscinö fähig erfanden — sic sind längst cntnüchtcrt die Menschen, sind längst wieder hinabgesunkcn zu beschränkter, engherziger Wirklichkeit, wo Humanität und Recht nur gelten — so sic mit den ״höheren" Intercsscn des ״Interesses" nicht collidiren, wo die Fesseln nicht schmcrzen — die man — Andern bereitet, wo man der ״Schwärmerei" sich schämt, in welch:e das Herz, daS menschliche Herz, das Göttliches ahnende Hc^z dem berechnenden Verstände einen Sieg abgcrungcn — man ist längst bemühet diesen Rcchnungöfchlcr wieder gut zu machen und die Spuren so unkluger Schwäche zu verwischen- und doch war jener Traum eine noch höhere Wirklichkeit, war dämmerndes Zeichen, daß die Mitternacht doch vorüber, war doch ein Vorbote jener Wahrheit, welcher die Ewigkeit angehört, war ein

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