Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1855)
- Article
- Ijar
- Date
- 1855-05-01
- Page
- 412 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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412 I j a r. dürfen auch die armen Bodenlosen, Ackerlosen, bedarf der seit zwei Jahrtausenden jedes eigenen BodenrcchtS beraubte Menschenstamm noch der Warnung: dieses Bodenrccht, diesen Land- und Bodenbesitz nicht zu überschätzen? Bedarf auch er noch der Mahnung Land und Boden nur als Mittel zur voller» Erfüllung der Thora zu schätzen, Land und Boden wcrthlos zu achten, so deren Besitz — nicht zur Thora führt? O, die Erfahrung unserer Tage hat uns die volle Bedeutung dieser Zählung, den vollen Ernst dieser Mahnung auch für uns kennen gelehrt I Wir haben die Zeiten erlebt, wo Söhne Israels an den Stufen der Throne, an den Pforten der Kammern — die Thora im Anne — um bas Recht der Hcimath, um das Recht des Land- und Acker-Besitzes bettelten, und dieses so lange versagte, so zögernd und schwankend bewilligte Recht, so sehr überschätzten, daß sic sich bereit erklärten, die Thora, dieses ihr heiligstes, einziges Nationalgut zum Achtel, zum Viertel, zur Hälfte prciszugebcn, um dafür ein ganzes, halbes, viertel, achtel Recht der Ansiedelung, der Ein- W»rzelung in den Boden der Geburt zu erlangen, daß sie sich bereit erklärten, die ״Thora" für die ״Sichel" zu verkaufen. Wir haben die Zeiten erlebt, wo man das jüngere Geschlecht gewöhnte, die ״Berechtigten", die ״Besitzenden", ״Bodengetragenen" zu beneiden, den Besitz der Thora zu hoch um den Preis des Anbürgcrungörcchts erkauft zu achten, die Thora als Hindern iß auf dem Wege zur Freiheit, zur Selbstständigkeit, zur ״Sichel auf eigenem Acker" gcringzuschätzen, oder ihr dadurch nur noch einen Nest von Hochachtung zu retten, daß man die Gewissen durch das Opiat der Lüge betäubte: sie selbst fordere gar nicht solche Opfer, sie meine ihre Anforderung gar nicht so ernst, sie habe ihre heiligsten Gesetze nur mit der stillschweigenden Klausel, nur unter Vorbehalt eines geheimen Artikels gegeben, daß man Alles nur zu halten brauche, so lange cs auf dem Wege des bürgen lichen Fortkommens nicht hindere, sie selbst achte die Sichel viel höher als sich selbst und Weiche gerne wo sie die Schwingungen der Sichel störe! Wir haben die Zeiten erlebt, wo der Vater der Menschheit gezeigt, wie leicht eö ihm sei sein Volk zu erlösen, welch tiefe