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Jeschurun · 1855-05-01 · Heft 8 (Mai 1855) · p. 414

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1854-1855)
Issue
Heft 8 (Mai 1855)
Article
Ijar
Date
1855-05-01
Page
414 (sequence 6)
Language
German
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IRI
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414 S j a r. Spiegelblick, ein Blitz, der der Menschheit — aber auch Israel die Tiefen ihres Herzens erhellte, der der Menschheit ihre Zukunft, — Israel aber seine Gegenwart beleuchtete. , Denn in jenen Tagen des gehobenen Bewußtseins erlebten wir'ö zugleich, wie weit, weit ab Israel noch von der Hohe sei, auf welcher ihm die Erlösung dämmern dürfte, weit ab von jenem ^'2O'׳^"ste, der nun, wenn ihm ״der Acker und dir Sichel" geworden, nur mit noch erhöhctem Eifer, nur mit noch freudigcrem Ernste zur Thora hinzählen würde. — — Als ob die Thora nur für's Galuth gut gewesen, als ob dieser geistige Boden nur Ersatz für den materiellen hätte sein sollen, neben dem materiellen aber seine Bedeutung verlöre — als ob die Thora nur Trost für Knechte, nicht aber Stolz und Diadem, Kraft und Leben den Freien zu bringen hätte — als ob Israel nur darum Jahrhunderte lang für seine Thora gelitten, für seine Thora geblutet, damit einst seine erlösten Enkel das Gut verächtlich bet Seite würfen, für welches die Väter geblutet und gelitten — sahen wir Söhne Israels schon von der bloßen Hoffnung des ״Sichclglanzeö" so geblendet, daß sie mit den Banden deS Galutb auch die Bande deö göttlichen Gesetzes fallen wähnten, und der vermeintliche Posaunenruf der Freiheit — die Säulen deS jüdischen Hetligthums erschütterte. ממול שלמה אדר חפשיסון, Israel war bereit in Hoffnung eines ״Hemdes" seinen ״Talar" auszuziehcn — — Auf die Probe hatte uns Gott gestellt, aber wir haben die Probe schlecht bestanden. Der tief er Blickende hätte sich damals schon sagen müssen, in solche Erbärmlichkeit könne düs große, einzige Weltdrama deS jüdischen Galuth nicht enden. Ward Juda in's Galuth gewiesen, weil es Land und Boden als Träger seiner Freiheit und Selbstständigkeit unter Geringschätzung der Thora überschätzte, so kann daS Galuth nicht mit derselben Verblendung enden, so kann die Erlösung uns nur dann werden, wenn unS die Galutbjahrhunderte endlich zu der reinen Höhe geführt, daß wir die wieder zu gewinnende Freiheit, die uns wieder zu gewährende Selbstständigkeit, den uns wieder zu verleihenden Besitz deS seit Jahrtausenden unser harrenden BodenS

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