Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1855)
- Article
- Ijar
- Date
- 1855-05-01
- Page
- 411 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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Dt« Scfirah. 411 ganze, freie, reiche Volksleben, baS in ihm aufblühet,ist nur Mittel, hat nur den einen Zweck, nur die eine Bestimmung, mit dieser Freiheit und Fülle ein Gesanimt- und Einzcllebcn zu entfalten, wie eS euer Gott und Herr euch in Seiner Thora gezeichnet — diesen bedingungslosen Werth der Tbora und den bedingten Werth aller übrigen Güter u»S iu die Seele, an'S Herz zu reden, daS war die Bedeutung der ספירה/ das war die Bedeutung der Tage und Wochen, die ׳ב׳ד וכל אחד ואחד die die Repräsentanten der jüdischen Gesammbeit, so wie jeder Einzelne UV SfrSfl מהחל הרכוש בקמה/ vom Anfang" der Sichel am Getreide bis ,מהן הורד bis zum Feste der Tboragcbung zu zählen hatte. Als Israel diese Zählung vergaß, als es aufhörte auf seine Thora zu zählen, die Thora als Hauptfactor seines Nationallebens zu betrachten — als es anfing Freiheit und Selbstständigkeit von seinem Land und Boden zu erwarten und Land und Boden als sein nach Völkerwcise zü besitzendes, nach Völkerweise zu wahrendes Eigenthum zu betrachten — als eS meinte auf sein Land und seinen Boden zählen zu dürfen, der Thora cntrathen und Brod und Boden, Freiheit und Selbstständigkeit ohne Thora sich erhalten zu können, als ״die Zahl seiner Städte Judas Götter" geworden waren — da verlor es Land und Boden, Freiheit und Selbstständigkeit, rettete nichts als die Thora, auf die eö im Lande nicht mehr gezählt, — und wandert nun bald zweitausend Jahre in der Fremde, — und es kreisen die Zeiten, und es leuchtet die Sonne und eö tränket der Thau, aber ihm sprießen keine Saaten, ihm blühen keine Felder, .eS schwingt keine Sichel mehr an eigenes Getreide, auf eigenem Boden, weil — in dieser ״Sichel" seine Bestrebungen enden wollten, und eö nicht von dieser Sichel erst anfangen wollte zu seiner Thora hin zu zählen! Seitdem es Hie Sichel vergötterte — hat es die Sichel verloren! Und doch zählen wir noch, zählen, »ach der Anordnung »nserer tiefblickenden Weisen auch jetzt, bodenlos, ackerlos, noch, nicht von dem Tage, an welchem wir, die Armen! die Sichel an daö Getreide schwingen — sondern von dem Tage, an welchem die Väter auf freiem, eigenem Boden einst die erste Sichel an das ncugcreifte Korn schwangen, Tage und Wochen zum Tage der Thora! Ist diese Zählung Ironie- Ist diese Zählung wehmüthige Trauer- Be- S4-