Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 7 (April 1855)
- Article
- Aus Hamburg
- Date
- 1855-04-01
- Page
- 398 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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398 Gemctndcwesen. Predigt zu halten im Stande ist. Hier aber werden die meisten ״Kritiker" in ihrem Unheil über den Rabbiner durch die Predigt bestimmt und da das in der That seine schwächere Leistung ist, so ward dadurch sein Ein» fluß auf die Masse wie auf den Einzelnen ein sehr geringer. Noch eine zweite Folge hatte dieser Mangel, die einen störenden Einfluß auf unser ganzes Gemeindeleben übt. ES besteht nämlich hier kein großes, der Anzahl der Synagogenbesucher angemesseues Gotteshaus. Die größte Synagoge faßt kaum 600 Menschen, Männer und Frauen zusammengerechnet; die daraus Folgende, die noch von der Zeit der 3״ Kehillas" her Hamburger Synagoge genannt wird, ist ein enges, niedriges, verfallenes Gebäude, das in seiner ganzen Erscheinung kaum einer kleinen Landgemeinde genügen würde. Daß diese beiden Gotteshäuser dem Bedürfnisse einer Gemeinde von circa 10—12000 Seelen nicht angemessen sind, ist natürlich und es wäre sehr schlimm, wenn das der Fall wäre. Es existiren daher noch 30 --40 kleinere Synagogen, die theils mit anderen Instituten verbunden sind, wie den ״Klausen" (מדרשו רן VQ׳ über die ich später ausführlicher zu berichten gedenke), der;׳הלכוד חורך dem Waiseninstitute dem Krankenhause, und verschiedenen anderen wohlthätigen Stiftungen, theils als Eigenthum einzelner oder mehrerer Privatinteressenten selbstständig erhalten werden. Außerdem wird m Hause der Leidtragenden während der Trauerwoche, bei vielen auch während der שכ(^ר und bei Mauchen während des ganzen Trauerjahres ״Minjan" gemacht. An den hohen Festtagen genügen alle diese Anstalten noch nicht, obwohl dann noch mehrere dergleichen Privatlocale beuutzt werden. Zu diesem Zwecke miethet für diese Zeit der Vorstand einen großen Speicher, der für Anne und Fremde, die keine Stelle bezahlen können, nothdürftig in eine Synagoge umgewandelt wird. Es ist möglich, sogar wahrscheinlich, daß dem Nächstliegenden Zwecke einer Synagoge, dem Beten in diesen Winkelschulen vollkommen Genüge geleistet wird, wenigstens ebenso gut, wie es unter den jetzigen Umständm m der großen Synagoge geschieht. Wir viele Unziemlichkeiten es aber zur Folge hat, läßt sich leicht ermesien. Zuerst zersplittert es noch mehr das sonst so schwache Gemeindemteresie, daS anderswo häufig durch das Interesse für die gemeinsame Synagoge festgehalten und befördert wird. Dieses Synagogeninteresie