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Jeschurun · 1855-04-01 · Heft 7 (April 1855) · p. 397

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1854-1855)
Issue
Heft 7 (April 1855)
Article
Aus Hamburg
Date
1855-04-01
Page
397 (sequence 8)
Language
German
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An- Hamburg, 897 wenn der Kreis seines Berufes, wie ursprünglich beliebt, sich nur in den Gränzen eines מ'צ zu bewegen hätte. Schwerlich aber dürfte er sich selbst gemeldet haben, hätte er die Kämpfe und Schwierigkeiten gekannt, die hier eines Hamburger Rabbiners warteten. Trotzdem wäre mit solchen Eigenschaften noch viel Gutes zu schaffen gewesen, (waS kann guter Wille und rüstige Kraft nicht erreichen?) wenn die Gemeinde dein jungen Rabbiner mit der Achtung und Ergebenheit entgegengekonnnen wäre, die seinem Charakter und seiner Stellung gebührten, wenn nicht die Mehrzahl der Gemeinde den braven Mann den Fehler büßen lassen wollte, den sie sich selbst, ihrer eigenen Lauheit zuzuschreibcn hatte. Wie die Opposition, die sich aus den verschiedensten Elementen gebildet hatte, als der Rabbiner kaum den Fuß auf Hamburgs Grund und Boden gesetzt hatte, sich gehässig und widerstrebend gezeigt; wie sich Einzelne bis zu den elendesten Niedrigkeiten herabließen, um den Mann zu kränken und sein Wirken zu erschweren, davon taffen Sie mich schweigen. Sie und Ihre Leser werden so wenig Gefallen daran finden, e1wonic^n68 scandaleuses zu lesen, als Ihr Berichterstatter sie niederzuschreibcn. Ein Unglück ist es, daß dem Oberrabbiner ein Talent fast völlig abgeht, daS Manches wieder gut geinacht hätte. Biele nämlich, die heute spotten und die Nase rümpfen, hätten sich wenig darum gekümwert, ob der Rabbiner wirklich mit solchem Eifer für unsere Institute sorgt, als es in der Thal, so weit seine abhängige Stellung es erlaubt, der Fall ist, wenn er sie nur am שבח durch eine schöne Rede belehrt, erbaut oder auch nur unterhalten hätte. Daß dicß nun nicht in dem zu wünschenden Maaße geschieht, ist in der That sehr zu bedauern; denn allerdings sollte in jetziger Zeit, wo die Wenigsten sich mit dem Studium unserer Religion selbst beschäftigen vom Nednerstuhl aus, die Gemeinde über den Geist des Iudenthums und seiner Pflichten belehrt werden. Je seltener das Verständniß der heiligen Schrift, der gewöhnlichen Gebete, vorzüglich der Fcstgebete, wird, desto nothwendiger wird eS, daß der Rabbiner in seinen Vorträgen die Gemeinde über die Bedeutung des Tages aufkläre und da, wo die Vortragsweise der Gebete so wenig anregend ist, wie hier, wäre es auch wünschenöwerth, wenn die Predigt nicht nur belehre, sondern auch aurege und erbaue. Aber eS coneentrirt sich in der Predigt nicht׳ die Leistung eines Rabbiners; wir können unS einen recht guten tüchtigen Rabbiner denken, der keine gute

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