Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 7 (April 1855)
- Article
- Aus Hamburg
- Date
- 1855-04-01
- Page
- 399 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Nu- Hamburg. 399 zerfällt aber hier in 50 kleine ^2N-9u1ereffen. Da diese kleinen Schulen natürlicherweise ihre eigenen Vorsteher, ihre eigenen Beamten und häufig auch ihre eigenen מגידים haben, die am »"^^Nachmittage rnehr oder minder besuchte Borträge halten, so erhält dadurch unsere Gemeinde in mancher Beziehung daS Ansehen der in die Besucher verschiedener Svnagogcn getheilten englischen oder amerikanischen Gemeinden. Diese kleinen Betlokale haben noch die große Bequemlichkeit, daß man dort den lieben Gort im Negligee, oft im Hausrock und Pantoffeln besuchen kann; daß der Gottesdienst am frühen Morgen beginnt und, da keine Piutim dort gesagt werden, um 8 — 9 Uhr beendet ist Für Frauen ist nur in der Haupt-Synagoge ein anständiger Raum reservirt; in allen übrigen Betlokalen ist entweder gar nicht oder sehr nothdürftig und in .unwürdiger Weise für die Frauen gesorgt. Diese nun und die Männer, denen in den kleinen Synagogen die Piutim fehlen, diejenigen, die es dem Anstande gemäß halten, sich an Festtagen in einer der Hauptsynagogen zu zeigen, Leute die die frühe Morgenstunde lieber im Bette oder im Freien zubringen, füllen an Festtagen unsere beiden Hauptsynagogen; an Wochentagen und an gewöhnlichen Sabbathen sind sie im Verhältniß viel schlechter als die kleinen Synagogen besucht, die im Winter noch die Annehmlichkeit haben geheizt zu sein. Die Ordnung bei dem Beten ist noch die alte Unordnung. Man schreit möglichst laut und willkührtich durcheinander, die Nesposen und die laute ^ש׳ werden von הזנים vorgetragen, die — sehr brave Leute sind und wovon einer sogar verstehen soll, was er vorträgt, denen aber um gute Vorsänger zu sein nichts fehlt als — Stimme und Gesang. Von irgend einer Anregung von Außen kann keine Rede sein. Die .Männer und Frauen, die daher nicht den größten Eifer, den festen Willen sich in's Gebet zu vertiefen mitbringen, werden fast unwillkührlich dazu verleitet, interessante Gespräche mit ihren Nachbaren anzuknüpfen, die von dem allgemeinen Geräusche gedeckt, auch ganz gemüthlich fort׳ gesetzt werden können. Wie Wenige ab.׳r bringen in heutiger Zeit diesen Eifer, diesen Ernst mit und von diesen Wenigen, wie Viele werden während eines fünfstündigen Gottesdienstes an der Ausführung ihres Entschlusses durch die geringste Veranlassung gehindert? Alle Dekrete, so wie eigeijdS dazu bestellte Beamte, die für Aufrechthaüung der Verordnungen sorgen sollten, haben bis jetzt vergebens gegen diese Häßlichste aller Unarten gekämpft; er mag sich in jüngster