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Jeschurun · 1855-04-01 · Heft 7 (April 1855) · p. 396

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1854-1855)
Issue
Heft 7 (April 1855)
Article
Aus Hamburg
Date
1855-04-01
Page
396 (sequence 7)
Language
German
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396 Vemeindewesen. haben mag, verdient bitteren Tadel, daß eS sich seines Auftrages aus solche Weise gegen seine bessere Ucberzeugung entledigt hat. Der Verfolg des ganzen Vorgangs, der, man mag über daS Resultat denken wie man will, immer ein düsteres Blatt in der Geschichte unserer Gemeinde, bilden wird, war Folgendes: Nachdem der so geringfügig veränderte Ausruf keine bcsieren Folgen gehabt hatte als der Erste, soll in der Thal ein großer Theil des Wahlcomitö's entschlossen gewesen sein, ihr Mandat zurückzugeben und nicht zu wählen, Leider aber fiel diese Zeit gerade in die großartige Octroyirungsepoche, und dies benutzend, schüchterte man unter 'der Hand die renitenten Wahlmänner mit der Drohung ein, daß der Vorstand im Falle der Weigerung von Seiten des Comitö'ö, einen Rabbiner nach seinem Gusto octroyiren würde. DaS Wahlcomitä glaubte daher, von zwei Nebeln das Geringste wählen zu müssen, um die Verwaltung unserer religiösen Angelegenheilen wenigstens einen! solchen Manne anzuvertrauen, der in seinem Character und seiner Frömmigkeit eine Bürgschaft für die Erhaltung unserer jüdischen Institute bieten tonnte. Denn darin waren alle Mit glieder des Wahlcomitö'ö einig, daß der zu Wählende ein Jude von ächten׳: Schrot und Korn sein müsse. Auf diesen Umstand mache ich Sic besonders aufmerksam, da er bezeichnend ist für die hiesigen Zustände und den allgemein herrschenden Sinn; er liefert aber zugleich auch den Beweis, wie schlecht die Gemeinde in religiöser Beziehung vom Vorstände ver« treten ist. Demzufolge also glaubte das Comitö gcuöthigt zu sein, ans der Zahl der Gemeldeten den zu wählen, den cö für den Besten erkannt hatte, und indem eö den jetzigen Oberrabbiner als solchen bezeichnete, hat cs.in dieser Beziehung sicherlich keinen Fehlgriff gethan. Wenige Monate darauf, trat der Gewählte seine Stelle an. Neu im Amte, bis dahin nur gewohnt, die religiösen Angelegenheiten einer kleinen gefügigen Landgemeinde zu leiten, hätte er auch mit einem eminenten Talente und mit großer wissenschaftlicher Bildung hier große Schwierigkeiten zu überwinden gehabt und hätte, wie er auch gehandelt haben mochte, weder Anfeindungen entgehen, noch im Anfänge Fehler vermeiden können. Der junge Rabbiner brachte zu der Aufgabe, die er hier zu erfüllen hatte, die vorzüglichsten Gaben des Herzens, den ehrlichsten, bravsten Character und solche Fähigkeiten mit, wie sie wohl für die Verhältnisse mancher andern Gemeinde und sicherlich auch hier genügt hätten, ren. )uraacb ibeit efstc )irm - sie noch esetz,!aber gene der rden, . euden Z geischrr ([ jüselbst durch somit > sorauch Aufn die er renunr ihre

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