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Jeschurun · 1855-04-01 · Heft 7 (April 1855) · p. 393

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1854-1855)
Issue
Heft 7 (April 1855)
Article
Aus Hamburg
Date
1855-04-01
Page
393 (sequence 4)
Language
German
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Aus Hamburg. 393 die in einem guten, tüchtigen Rabbiner ibren Stütz- und Vereinigung^- Punkt finden sollten, mit den Bieten, die einen Rabbiner überhaupt für einen nnnöthigen und kostspieligen Luxus halten. Bon Letzteren, wie sie aller Orten zu Dutzenden zu finden sind, will ich schweigen. Die Ersteren aber verdienen um so mehr eine umständliche Charakteristik, als sich aus dem ganzen Benehmen bei dieser Gelegenheit manche Zustände in unserer Gemeinde von selbst erklären. Einige spccifiscke Anhänger des seel. BernahS trieben die Anbetung, die sie dem Schatten des derehrten Lehrers zollten, so weit, dast sie es für Entweihung hielten, von einem Menschen von Fleisch und Blut den Lehrstuhl besitzt zu sehen, an den sie so manche Erinnerung knüpften: wie eine Wittwe, ric ton Mann ihres Herzens verlor, sollte nach ihrer Ansicht die Gemeinde ewig in Sack und Asche trauern. Einige dachten daran, diese oder jene fccfmnv dete winzige Persönlichkeit in der Gemeinde möchte die geistlichen Berrichtungen eines Rabbiners versehen und dafür Eluolurnentc geniesten können; die Meisten endlich hätten wohl die Berufung eines neuen Rabbinerö gern gesehen, wenn sie nur sicher gewesen wären, dast er eine solche Auffassung deS Indenthums habe, wie sie selbst eS sich nach ihrer Ueberzeugung oder ihrer Phantasie, nach ihrer Neigung oder ihrer Bequemlichkeit zurecht gelegt hatten. Nicht ein Haar breit weiter rechts, nicht ein Haar breit weiter links, durfte ihr Rabbiner gehen und da ein solcher natürlicherweise nicht zu finden gewesen wäre, wollten sie lieber gar keinen. Die Vorsteher ließen sich diese Stimmung eines großen TheilS der Gemeinde recht gern gefallen. Um ihren Verordnungen, in religiösen Angelegenheiten irgend eine gesetzliche Folie zu geben, ertheilten sie kraft ihrer amtlichen Machtvollkommenheit zwei Männern von denen sie vormutheten, daß sic dazu fähig wären, ההלח הוראה und übertrugen ihnen einige unumgänglich nothwendige geistlichen Funktionen, wie das Paökeneu, die Aufsicht über die שחיטה/ Vollziehungen der Trau* ungen und Scheidungen rc. Daß ein solcher Zustand unhaltbar sei, stellte sich nur zu bald heraus. Beide Männer, von denen der eine schon dem Grabe nahe war, hatten weder genügende Fähigkeit zu ihrem Amte, noch die, sich die achtunggebietende Stellung zu erwerben, die zur Leitung und Beaufsich״ tigung der religiösen Angelegenheiten einer großen Gemeinde nöthig sind. Am wenigsten waren sie die Männer, die in einer Zeit wo alle Stützen

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