Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 7 (April 1855)
- Article
- Heinrich Heine [Rezension]
- Date
- 1855-04-01
- Page
- 381 (sequence 5)
- Language
- German
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Von vr. Steinheim. 381 Der Jonas in Paris hat die Backen sehr voll genommen; sebr voll von — Wind. Er weiß genau, aus welcher Himmelsgegend es in Frankreich, d. i. in Paris, jetzt bläst, und daß es »vtre dame de Paris ist, die wieder mächtig in Mode kommt. Wir aber, wir echten Deutschen, (vrais allemands, würde es in Paris heißen >, wir wolle» den alten Atta Troll, unser» Pätz inmitten der Weltculturstadt, einmal selbst vernehmen, und zusehe», ׳ob wir ihn nickt vor jenen Saminetpfötckcn, die eben jetzt ihre Krallen ausgestreckt haben, in Schutz nehmen können. Gerechtigkeit ist Pflicht; diese wollen wir gegen Freund und Feind üben. Jonas Klaczko spricht in seiner Predigt letztem Theile von den Bekenntnissen des Dichters; Wir wollen den Schlußstein derselben ebenfalls mit den eignen Worten desselben unfern woblwollenden Lesern in Erinnerung bringen. Sie lauten: (S. gesamm. Schriften 1. Theil, p. 77) ״Welche Demüthigung! Mit all mei- ״ncr Wissenschaft habe ich es nickt weiter gebracht, als der arme, ״unwissende Neger, der kaum buckstabire» gelernt! Der arme Tom ״scheint freilich noch tiefere Dinge zu sehn, als ich, dem besonders ״die letzte Partie noch nicht ganz klar geworden*). Tom versteht ״sie vielleicht besser, weil mehr Prügel darin Vorkommen, nämlick ״jene unaufhörlichen Peitschenhiebe, die mich manchmal bei der Lee- ״türe der Evangelien und Apostelgeschichte sehr unästhetisck anwider- ״ten. So ein armer Negersklave liest zugleich mit dem Rücken, ״und begreift daher sehr viel besser, als wir. Dagegen glaube ich ״mir schmeicheln zu dürfen, daß mir der Cbarakter des Moses in ״der ersten Abtheilung des heiligen Buches eiuleucktender aufgegan- ״gen ist. Diese große Figur hat mir nicht wenig imponirt. Welche ״Riesengestalt! Ich kann mir nickt vorstellen, daß Ok, König von ״Basan, größer gewesen sei. Wie klein erscheint der Sinai, wenn ״Moses darauf steht! Dieser Berg ist nur daS Postament, woraus ״die Füße des Mannes stehen, dessen Haupt in die Himmel hin- ״einragt, wo er mit Gott spricht. — Gott verzeih mir die Sünde! ״Manchmal wollt es mich bedünken, als sei der mosaische Gott nur ״der zurückgestrahlte Lichtglanz des M o se s selbst, dem er so ähnlick ') Daklingt etwatragisch! Den» seit seinem SS. Zähre hatte er doch Zeit ge> nug, sie zu studieren (seit seiner Bekenntntßablegung in Döttingen.)