Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 6 (März 1855)
- Article
- Jüdisches Gemeindewesen
- Date
- 1855-03-01
- Page
- 332 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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3S2 Jüdische« Gemeiiidcwcsni. thoren gewiesenen Thoralehrern weinend Nachsehen mußten, - haben's erlebt, wie die Wetter dieser Gewalt bis in die heiligen Räume deS Hauörechtcs die Thora verfolgten und es den Juden, den Juden ihrer Gemeinde polizeilich verbieten ließen, sich am Sabbath zur gemeinschaftlichen Lektüre der Propheten zu versammeln, - haben's erlebt, wie Handhaber dieser Gewalt selber die Beseitigung der Rücksichten betrieben, die bis dabin dem jüdischen Geschäftsmann zur Heilighaltung seines Sabbaths gestattet waren — haben's erlebt, wie Handhaber dieser Gewalt bis in die Reinhaltung der jüdischen Geschlechter die Blitze ihrer Willkühr schleuderten und die Verzeichnung von Nichtjuden in die Civilrcgistcr der Juden erzwangen, — babcn's erlebt, wie Handhaber dieser Gewalt die ihren Händen anvrrtrautcn religiösen Anstalten mik der ausgesprochenen Absicht verwahrlosen ließen, damit den thoragetreuen Gliedern ihrer Gemeinde die Erfüllung des religiösen Gesetzes zum Uebcrdruß und zur Unmöglichkeit werde, ja wie sie bei Gefängnißstrafen die Erfüllung jüdischer Licbespflichtcn und gottverehrender Andacht untersagten, — haben's erlebt, wie Handhaber dieser Gewalt heilige, von den verstorbenen Vätern für die Pflege der Thora geweidete Stiftungen, unter dem Schuh misleiteter Staatsautoritätcn mißbrauchten, um Anstalten z» gründe», in denen die Jugend Alles nur nicht die Thora der Vater erlernten, zu Allem nur nicht zum väterlichen Zudeuthum, vielmehr ganz in den Anschauungen des neuoetrovjrten Glaubens hcrangebildet werden sollten, und sodann kraft ihrer Gewalt und der -von ihnen mißbrauchten staatlichen Autorität diese Anstalten dann so monopolisirten, daß neben ihnen keine Anderen aufkommen durften, und sie so nicht nur ihre Gegenwart, sondern alle Folgegeschlechter dem väterlichen Judenthume gewaltsam entführten — das Alles und noch viel mehr haben wir erlebt — und die Gemeinden — als ob sic dies Alles nichts angingc, als ob sie sich dies Alles gefallen lassen müßten, gefallen lassen dürften, als ob nicht sic, sie, sie einst vor Gottes Thron für dieses Aüeö Rechenschaft zu geben hätten — sahen diesem Allen meistens stille zu; denn es war init der ״Thorakunde", die Seele, das Leben aus ihnen geflohen und das Bewußsein ihrer Pflichten und ihrer Rechte bis aus den Gedanken daran erloschen. Die Regierungen haben in allem diesen dann Me gehandelt, waren in dem guten Glauben mit allem diesen nur das Heil der