Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 6 (März 1855)
- Article
- Adar
- Date
- 1855-03-01
- Page
- 303 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Paraschath Parah. * 303 ׳• v ״ ’ Und doch ist dieses Blatt der Unsterblichkeit nur Ein abgefallcneS Blüthenblatt <vom Paradiesesbaume des vollen jüdischen Lebens! Und dock konnte dieses Blatt der Unsterblichkeit eben durch seine abgerissene Einseitigkcit zugleich ans die trostloseste Weise alle böhere Bedeutung dcS irdischen Daseins verneinen, und zugleich seine u n b c s ch r i c b e n e K e b r sc i t c z n r V e r b r e i t u n g der noch trostloscren Lehre darbieten, 'zur Einimpfung des troftlosesten GedankenS, den je der sterbliche Geist des Menscheu er dach t, des Gedankens eines unfreien Versunken - seins aller Menschcnseclcn in die Sünde und Verdammniß schaffende Gewalt des Bosen! Nicht also im beimischen Kreise dieses Lebensbaumes der Menschheit, nicht also auf dem Paradiesesboden der jüdischen Lehre! Dort ist ״ll n st erb lieb k eit" nur ein Blütbenblatt, nur eine Conseguenz, nur eine Seite eines unendlich volleren, unendlich umfassenderen, unendlich seligeren und beseligenderen, unenlich heiligeren und bciligendercn, und darum unendlich wichtigeren Gedankens, — dort ist Unsterblichkeit nur eine Fortsetzung in's Jenseits des großen Gedankens der ״Tahara", der ״Reinheit", d. i., der ureigenen, unverlierbaren und darum schon hiniodisten Freiheit, der schon kttniedigcn Göttlichkeit und Sccligkcit menschlicher Seelen. ״Unsterblichkeit" beißt Freiheit der Seele nach ihrem Scheiden aus der Hülle des irdischen Leibes. ״Reinheit" aber heißt Freiheit der Seele selbst wäbrend ihrer bienicdigen Vermählung mit dem irdischen Leibe. ״Unsterblichkeit" verbeißt, daß dereinst der Tod keine Gewalt habe über die der Erde enthobene Seele. ״Reinheit״ giebt die Gewißheit, daß schon auf Erden keine Macht der Natur Gewalt habe über die auch in ihrer irdischen Hülle reine, freigottliche Mcnschenscclc, ja, daß di escr Se ele die gvttliehe Energie, die freie Kraft von Gott verliehen, weihrend ihrer Ehe mit dem ird ischcn Leibe, diesen Leib selbst aus dem unfreien Getriebe des Naturzwanges zu sich emporzuretten und ihn frei als Werkzeug ihres Willens, frei als Boten ihrer Gedanken und ihrer Zwecke zu gebrauchen. Unsterblichkeit lehrt den einstigen, jenseitigen