Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 6 (März 1855)
- Article
- Adar
- Date
- 1855-03-01
- Page
- 302 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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302 A bar. die große, die ewige Lebenswahrbeit der ׳סהרה der ״Reinheit" lehrende Institution der ״rotbcu Kuh", zum Vortrage bestimnite. ׳!אה ה^ר. ר!ר.1רה hier ist die Bedingung, die Basis, der Boden der ganzen Thora, '׳אשר <וה ף welche Gott geboten! Hier ist die Voraussetzung, ans welcher das ganze göttliche Gesetz beruhet! Die?ehre dieser Institution muH in »ns lebendig werden, oder die ganze Thora ist vergebens für »ns geschrieben, und Tempel und Altar und Opfer und Feste sind für unS bcdeutungslos und schaal. Diese Bedingung, diese Basis, dieser Boden, diese Voraussetzung, mit welcher Alles ftebel und fällt, beiße: ״Taharah" סהרה'- Ein späterer Sprößling des Judcntbumö hat einige abgcfallcne Blüthcnblätter von dem großen, das verlorene Paradies auf Erden wiederbringend:» ״Baume des Lebens" in den Schooß der Menschen gestreut, und sclwn der Duft dieser wenigen Paradiesesblüthen bat eine ersterbende Menschheit vom Grabe zurückgerufen, bat neues Leben den Gcmütbcru, neues Licht den Augen, neue Kraft und neue begeisternde Ziele dem Streben der Mensche» gebracht. Und weil schon diese wenigen Blüthcnblättchen, wenngleich abgerissen, und oft flctrirt, schon solches Wunder geübt, vermeinte man bald in ihnen den ganzen Baum des Lebens zu haben, sab nicht, wie dies eben nur abgcfallcne Blütbcnblättcr waren, deren Tausende den heimischen Boden dieses LrbcnsbanmeS decken, und wunderte sich, daß i» dem heimischen Kreise derselben von diesen Blüthen so wenig gesprochen wurde — weil man dort allerdings an den Früchten sich labte, die Früchte laut und ewig pries, den Duft der Blüthen aber nur stillsclig, als süße Wonnczngabe atbmete. Eines dieser Blütbcnblättcr trägt das Wort: Unsterblichkeit! Einer in Jammer und Elend, einer in Gram und Kummer, einer in Täuschung und Hoffnungslosigkeit verzweifelnden, in Leichtsinn und Entartung versinkenden Welt brachte dieses Wort die Aussicht auf ein Jenseits, und mit ihr den Trost einer Alles vergütenden Zukunft, einer alle Näthscl lösenden Erleuchtung, einer in die Unendlichkeit reifenden Vollendung jenseitiger Seligkeit — und mit ihr den Ernst c.incr mit irrungsloser Waage vergeltenden jenseitigen Gerccbtigkeit, — und erzeugte die Wunder eines Märtvrerthums, dem es ein Leichtes ward, auf dir Erde zu verzichten um den Himmel zu gewinnen.