Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1855)
- Article
- Der Religionsunterricht
- Date
- 1855-02-01
- Page
- 265 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Religionsunterricht. 265 Das sollen sie nicht! Müßten sie'ö freilich, bliebe uns in der Tbat keine andere Alternative, als entweder unsere Kinder unwissend zu lassen in allen Kenntnissen, die den leiblich als Juden Geborenen auch erst geistig zum Juden machen — oder auf manchen Schatz der neuen Bildung für sie Verzicht zu leisten׳ — gäbe es nur diese eine Alternative — wie sehr wir auch mit unserer Ueberzeugung den Widerspruch sehr vieler Zeitgenossen gewärtigen müßten׳—wir stünden keinen Augenblick an zu erklären, dürften wir nur das Eine oder das Andere wäblen, wir müßten als Juden auch auf geistige Vorzüge verzichten, so wir sie nur auf Kosten des jüdischen Geistes unserer Kinder erkaufen könnten. Unsere Vater nmßten für ihr Judenthum noch ganz andere Dinge opfern. Und׳ auch für uns hieße es: Erst Zudenthum, dann Bildung. Als wir unsere Sohne am Tage ihrer Abrahams- Weibe auf dem Arme trugen, baben wir eS Gott gelobt, sie auch geistig zu Juden heranzubilden, — לחורה wünschten uns die Genossen, und dann erst: ־״־ לחופה ולמעשים טובים und ihre ganze geistige Bildung, ihre ganze Ausrüstung für'ö Leben hat nur Wertb, bat vor Gott nur Werrh und Bedeutung, wenn ihre Geistesbildung auf der breiten Basis der Gotteslehre ruhet und ihr Leben in dem Gottesboden des Judenthums wurzelt. Ja, gerade weil wir uns freier bewegen, weil unsere Kinder noch freier im Weltverkehre sich bewegen werden, weil unsere Kinder noch mehr als die Väter, mehr noch vielleicht als wir in enge, oft ringende, oft kämpfende Berübrung mit Bildung, Erzeugnissen, Ansichten, Prinzipien, Ariomen nichtjüdischer Geister treten werden, ist ihnen um so mehr eine tüchtige jüdisch-geistige Bildung vonnöthen, damit sie mit Bewußtsein das Zudenthum kennen und schätzen lernen, damit sic das Licht, die Wabrhcit kennen, die dort ihnen leuchtet und strahlet, damit sie die Herrlichkeiten kosten, die die Geister der jüdischen Jahrtausende ihrem Geiste und Gcmüthe vermacht damit sie nicht etwa gar wähnen, nur anderwärts sei Licht und Leben für Kopf und Herz gesäet, das väterliche Heiligthum aber sei dumpf und dunkel.— damit vielmehr, was die jüdische Leier gesungen, der jüdische Geist geschaut, die jüdische Brust begeistert, der jüdische Mund geredet, in ihnen fortleuchte und töne, damit vor Allem sie die jüdische göttliche Wahrheit als Prüfstein und Maßstad an alle Erzeugnisse, Ansichten, Prinzipien, Axiome nichtjüdischer Geister