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Jeschurun · 1855-02-01 · Heft 5 (Februar 1855) · p. 263

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1854-1855)
Issue
Heft 5 (Februar 1855)
Article
Der Religionsunterricht
Date
1855-02-01
Page
263 (sequence 10)
Language
German
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Der Religionsunterricht. 263 Etwas, hören sie eine Quintessenz des göttlichen Wortes, verjüngt für ihre kindliche Anschauung, für ihr junges Fassungsvermögen- Und wenn sic nun bar-mizwah, oder, wie ihr vielleicht lieber sprechet, ״confirmirt" worden, und nun bei der öffcntlicbe» Prüfung glücklich bestanden, keinen Augenblick von ihrem Gedächtnis, verlassen worden, und alles ״gut gegangen", kein neckischer Zufall die Antwort b für die Frage a zum Vorschein kommen ließ, auch das ״Glaubensbekenntniß" mit kindlicher Rührung vorgetragen worden, und alle QheimS und Vettern gratulirt, — und die Rcligionsbcftc mit Anerkennung für geleistete Dienste verabschiedet, und dem ״Reiigions"lehrer der gebührende Dank gezollt worden — kannst du dann, jüdischer Vater, vor deine» Gott hintrcteu und spreche,,: ברוך שפטרני מ^נינזו של זה? Kannst du es deinem Vater im Himmel in's Angesicht sagen, daß du als Vater auf Erden deine Schuldigkeit gethan, daß du dein Kind ausgerüstet habest für all' die Kämpfe und Versuchungen, die seiner warten, — und wenn einst dein Kind Religion und Sittlichkeit mit Füßen trete» sollte, wen» cs einst zu schwach bcfnckdeii würde, im Kampfe mit der Sinnlichkeit und der Lust, im Kampfe mit dem Jrrthnm und dem Wahne, wenn cs einst den Glauben seiner kindlichen Religionsstunden, — als Jüngling, als Mann, verachten, vcrläugncn sollte — so treffe dich nicht die Schuld, so sei dein nicht die Verantwortung; denn du badest ihm gereicht alle die Mittel der Erkcnntniß und der Erleuchtung, alle die Mittel des Heiles und der Heiligung, dir dein und sein Gott für den jüdischen Jüngling, für den jüdische» Mann, für das jüdische Leben in deine Hand gelegt? Kannst du das deinem und seinem Gotte in'S Angesicht sagen? Das kannst du nicht, jüdischer Vater!-Das kannst du nichts weil — du den ״Religionsunterricht" nur als Zubcbor der kindlichen Jahre betrachtet, der jüdische Religionsunterricht aber so lange dauern soll, wie — daS Leben, noch der Jüngling, noch der Mann, »och der Greis in die Schule gehen soll — bei Gott und seinen Propheten und seinen Weisen; du aber deinem Kinde gar nicht einmal das Ohr geöffnet hast, die Stimme seines Gottes, die Sprache seiner Propheten, die Lehren der Weisen seines Volkes zu verstehen! Das kannst du nicht, weil — du deinem Kinde wohl allerlei Hefte und Bücher in die Hände gegeben, aber das ״Buch der Bücher,

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