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Jeschurun · 1855-02-01 · Heft 5 (Februar 1855) · p. 262

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1854-1855)
Issue
Heft 5 (Februar 1855)
Article
Der Religionsunterricht
Date
1855-02-01
Page
262 (sequence 9)
Language
German
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wte1m1iF11n. 262 Der Religionsunterricht. Lehren, die sie in paragraphischer Gedankenform wiedergeben, aus dem göttlichen Borne des ״Wortes" selbst geschöpft, um so mehr werden sie die Ohnmacht, das Unzureichende ihres eigenen Werkes selbst t1cn* gestehen, wenn es nun die Stelle der Quelle, die Stelle von ״Moses und den Propheten" bei den Kindern des Gottesvolkes vertreten sollte. DaS Beste, was sie enthielten, wäre doch nur ein Strahlenbruch, . wäre doch nur Eine Farbe, Eine Seite des göttlichen Wortes, wäre doch nur Ausdruck dessen, was Einmal, was eben jetzt in Eilten der Geist, in Ein Gemüth vom göttlichen Worte reflektirt, wäre nicht?den das göttliche Wort in seiner Fülle, wäre nur Eine relative Auffas- : jung vom göttlichen Worte. Und das göttliche Wort ist doch tlnendlich! mehr. Da ist kein Satz, kein Wort in der göttlichen Lehre, die ^er nicht eine Fülle von Licht und Leben, einen reichen Schatz der mattnigfaltigsten Wahrheiten, Belehrungen, Tröstungen, Warnungen, Mahnungen, für jede verschiedene Stufe und Schattirnng des Alters und des Geschickes, der Lage und der Stimmttng in sich trügenjeder Gottessatz, jedes Gotteswort ist ein Sonnenaufgang, und statt eure Kinder in den Strahl der Morgenröthe zu führen, daß die Gottesherrlichkeit in ihrer ganzen Wunderfülle ihr Gemüth anspreche und die verschiedensten Saiten ihres Gemüths- und Geisteslebens wecke — begnügt Ihr euch, sie einen Tagesanbruch in einem Salongemälde bewundern, oder sie eine Morgenhvmne eines Dich- Lers lesen zu lassen! Das Gotteswort ist ein Blumenparadies; abkr statt euren Kindern die Pforten dieses Paradieses zu öffnen, begnügt Ihr euch — ihnen den destillirten Duft von einem Paar Blumen desselben als Flacon-Essenz in das Reisenecessaire ihrer Lebens- Wanderung zu stecken! Das. Gotteswort ist ein reiches Kornfeld zur Nahrung des Geistes und des Herzens; aber statt mit dem Brode desselben ihr Herz zu erquicken, ihr Mark zu kräftigen, ihre Geister zu beleben, ihren Seelen-Hunger zu stillen — reicht Ihr ihnen den Ertrag der Gottesflur als — Korn-Esprit, der sic augenblicklich Mvegt, aufregt, berauscht — um sie sodann um so hiufälliger erschlaffen zu lassen. 'non Zer-, daß Z-) Die ang ang nanchr und nolen, .05!nen hie- }feit Dem ienoer־־ für 3u- Dazu bedenket, was ist zu erreichen mit den Paar ״Religionsstunden", die Ahr euren Kindern als Supplement zu ihrem sonstigen f Gymnasial- oder Realschuluntcrricht, oder gar nur als ״Vorbereitung" für ihre Bar-mizwah erthcilen lasset! Am glücklichen Falle Horen sie

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