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Jeschurun · 1855-02-01 · Heft 5 (Februar 1855) · p. 247

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1854-1855)
Issue
Heft 5 (Februar 1855)
Article
Schewat
Date
1855-02-01
Page
247 (sequence 7)
Language
German
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Dcr 15. Schcwat. 247 feinem Eigenthum auö, 11 nb betrachtet sich fortan nur a 1 י? Verwalter desselben. Welche berrlichen Folge» bat nicht schon diese P־i»e jüdische Per fahrungsweisc! Zeder mir irgend selbstständige Znde bat eine Alniosenkasse zu verwalten. Es ist freilich nur seine eigene, aber sie gebort doch nicht mehr ihm, und ist nur in sofern sein, daß er das alleinige und ausschließliche Dispositionsrecht darüber bat. Willkommen ist ihm sofort jede Gelegenheit, mit dem nur noch seiner Verwendung anvcrtrautcn Schah der Woblthätigkeit Gutes zu thun. Er giebt der leidenden Menschheit, was schon ohnehin ihr ist und überlegt nur, das seinen Händen anvertrautc kleine oder große heilige Gut möglichst zweckmäßig und wahrhaft bcilbringeud zu verwenden. Was dcr Zndc auf diese Weise spendet, ist mehr eine heilige Schuld, als eine Licbcsthat augenblicklicher Anregung. Freilich bleibt Gottes Wort hierbei nicht stehen. Ocsfne, offne deine Hand, und öffne wieder und wieder die Hand, spricht es, und verschließe nie die Hand und nie das Herz deinem dürftige» Bruder! Aber nicht dieser stiebesregung allein vertraute Gott daS Geschick seiner Dnrfligcu, seiner Wittwcn und Waisen an. Durch יובל ,שבי עירן י",רביח ׳מעשר עני,פאה,שכחה ,לקט die Versorgung und Wiedcrcrhcbung dcr Unglücklichen zugleich zu einer heiligen Schuld, vermählte die Gottesfurcht mit der stiebe, und erst unter dem Schuh Beider findet das steid und die Armuth und das Elend wahrhaftigen Schuh. Und wie durch diese gottesfürchtige Menschenliebe die Wobltbätigkcit möglichst unabhängig von der augenblicklichen Stimmung und Anrcgnng des Gebenden gesichert ist, ebenso ist dadurch auch der dürftige Empfänger möglichst vor Erniedrigung geschuht. Den jüdischen Dürfsigen drückt nicht die Gabe, die er aus frommer jüdischer Hand empfängt. Nicht dem Armen, ״Gott giebt, wer dem Armen spendet", und nicht vom Geber, aus heiliger Gotteskasse empfängt der Arme. ״Zedakah" heißt das Almosen, ein Wort, m mehr «n Recht, sks m stiebe erimierk. ״ ,זכי ביsieminue durch mich", ״empfange durch mich", ״erwirb dir ein Verdienst durch mich", lautete das bittende Wort dcr jerusalcmtschen Annens- und in diesem Worte war Alles gesagt.

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