Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1855)
- Article
- Schewat
- Date
- 1855-02-01
- Page
- 248 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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248 Schewat. Hier liegt wieder die göttliche Größe der jüdischen Lehre. Weder die socialistiscbe Lüge, die alle E-inzelpersönlichkeit und mit ibr die beiden Faetoren der Menschenwürde, die freie Pflicht- und Liebestbätigkeit vernichtet, noch das bloße Mitleid, Barmherzigkeit- und Liebesgesübl, das dem Schwanken der augenblicklichen Stimmung nicht selten erliegt, unb eben סן oft mit seiner Spende erniedrigt, indem es bilst, — mit Gottesfurcht gepaarte, ja von Gottesfurcht getragene Liebe, setzte Gott zu Pflegern der Wohltbätigkeü in unsern Kreis, und hat damit die Heilesformel längst gegeben, nach welcher die stuyig gewordene Welt so lange bereits vergebens sucht. Paraschath Schekalim. Sobald der kommende Len; sich durch seine Frühlingsboten, wie leise auch immer, angekündigt, bereiten uns die Anordnungen unserer großen Weisen auf das Fest unseres geschichtlichen Frühlings vor, das mit dem Lenzmonat eintreten wird. Das Fest unserer Nationalgeburt, das Fest, das den Erlöser in der Natur zugleich als den Menschheitserlöser in der Weltgeschichte offenbart, das große Peßachfest ziehet heran, und soll uns mit all' den Gefühlen, Gesinnungen und Gedanken vorbereitet finden, die diesem Geburtsfefte Israels geziemen. Vier Paraschioth bereiten auf das Peßachfest vor׳: Paraschatb Schekalim, Sachor, Parah und Ehodesch. Am Sabbath vor Adarneulnond oder, wenn der erste Adarneumondstag am Sabbath ist, an diesem, wird Paraschatb Schekalim gelesen Paraschath Schekalim soll das jüdische Gesammtgefühl in uns wach rufen. P a r a s ch a t h S ch e k a l i 111 111 a h n t n n s.׳ Alle gehören wir Einer großen heiligen Gottesstiftung, Alle haben wir an Einem großen heiligen Gotteswerke zu arbeiten; Jeder hat nach seinen Kräften für dieses Gcsammtwcrk zu leisten. Der Einzelne, der nur für sich und nichts für'S Gesammtheiligthum sein will, verliert eben damit auch d/^Herechtigung seines Einzeldaseins, und nur in dM^ollen aufrichtigen Anschluß