Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1855)
- Article
- Schewat
- Date
- 1855-02-01
- Page
- 245 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Der 15. Schcwat. 245 dessen Arbeit habe, um ganz Gott und seinem heiligen Worte anzugehören, und daß er deines Geistes nicht vergessen dürfe, wie du seines Leibes zu gedenken habest -- und mahnest zugleich dich, daß Ziel und Vollendung auch deines leiblichen Lebens nur der Dienst uiib die Erfüllt!ng der Gotteslehre sei. Kein Ganzes, keine ״Zehn" durfte daher auf jüdischem Boden je ausschließlich dem leiblichen Genüsse bestimmt bleiben. Maafier, מעשר, b'ius von Zehn, ein volles Zehntel-von jeder dem Speicher zugereiften Frucht gehörte der Erhaltung des Stammes, dessen Aufgäbe die Wartung des Gottesgeistes in Israel geworden, der Träger der ״Sittlichkeit und des Lichtes" sein sollte und ״riicksichtlos für Gott ciuzustehcu und sein Wort zu hüthen und sein Bündnis; zu wahren hatteהעשר ראשן'.) .״) Dem Geiste tu Israel gebörte das erste Zehntel. Aber ein fast eben so volles zweites Zehntel gehörte dem Leibe an, war dem leiblichen Genüsse, der reinen, heitern, sinnlichen Freude heilig und geweihet, tmb war vom Besitzer in Jerusalem, in dem Umkreis des Gottesheiligthums, fr ob und beiter $11 genießen. (•מעשד^שני) H i e r liegt der Nerv des Zit deutln! ms, bier der Kern der ganzen Wundergröße dieser so vielfach verkannten Gottesstiftung. Nicht der Schmerz und die Trauer, nicht das Kasteien und Abhärmen ist der Höhepunkt des Indentbums; Frohsinn, Heiterkeit und Freude ist sein heiligstes Ziel. ״Nicht in der Trägheit itnd nicht im Schmerze und der Niedergeschlagenheit", ״auch, nicht int Leichtsinne" findet der jüdische Geist seine Stätte; nur wo die reine, besonnene Freude wohnet, wohnet auch er. Der Leichtsinn fliehet vor dem Ernst des jüdischen Gesetzes, und desselben Gesetzes göttliche Wahrheit scheuchet den Schmerz und die Trauer und lehret ein heiteres, glückliches Leben auf Erden zu leben. Der Geist des Judenthums kennt keine Zerklüftung des Menschenwescns; daß etwa nur sein Geist Gott, sein Leib aber dem Satan angehöre, die Erde der Hölle verfalle --- und die Seligkeit erst im himmlischen Jenseits beginne. ״Bereitet mir hier auf Erden eine heilige Stätte, so wohne ich schon hier auf Erden bei Euch" spricht der Geist des Jndenthums int Namen Gottes, und nimmt