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Jeschurun · 1855-02-01 · Heft 5 (Februar 1855) · p. 243

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1854-1855)
Issue
Heft 5 (Februar 1855)
Article
Schewat
Date
1855-02-01
Page
243 (sequence 3)
Language
German
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Der 15 Schewat. 243 auf die Gesetze uitb Gänge der Natur und wie führet es immer aus der Natur in's Menschenleben hinüber, und lehret dort mit den auf dem Boden der Natur gereiften Gaben die noch herrlicheren Blüthen und Früchte eines freien, gottdurchdrungenen Menschenlebens entfalten! Am 15. Schewat ist Neujahr der Baume, ist der Geburtstag der Jahresfrüchte und dieser Tag regelt das Maaßergesetz. Auf jüdischem Acker reist keine Saat allein dem Besitzer, kein jüdischer Baum blühet für den Eigener allein, und wie man mit natürlichen Mitteln geistige Zwecke erstrebe, und wie man den natürlichen Genuß selbst menschenwürdig veredle und weihe, das wird dem jüdischen Eigener bei jedem Korn, jeder Frucht gelehrt, die von seiner Erndte ihm zufallen. Dem Geiste und dem reinen göttlich gehobenen Sinnesleben und der allweiten Menschenliebe grünet und blühet und reifet Alles auf jüdischem Boden. An jede Stufe der naturbeherrschenden Menschenarbeit, und vor Allem da, wo schon das ״Haben", das ״Genießen" und mit ihnen die Selbst- und .Genußsucht, diese Feinde des göttlichen Menschenberufes, sich zu regen beginnen, knüpft das heilige und beiligende GotteSwort die Merk-;eichen seiner erziehenden Lehre. Das ganze jüdische Land mit allen seinen im Thorageiste nach sorgfältig gesonderten Gattungen und Arten bestellten Aeckern und Feldern und Gärten ist Eine große Predigt von den! Einen großen Schöpfer, Gesetzgeber und Ordner der Allnatnr, uuo bei jeder Furche, die der jüdische Landmann ziebt, bei jedem Korn, das der jüdische Landmann streut, wird der Natur beberrschende Mensch an den Einen großen Gesetzgeber der Natur gemahnt, dessen Gesetzen auch der freie Mcllsch mit seiner freien Tbat sich in Allem unterordnen und von ihnen sich beherrschen lassen solle. ״Gesetz" ist das große Wort, das sich auf dem Thoraboden überall mit der jüdischen Freiheit vermahlet, und mabnet: daß Freibeit der Lebensodem der Menschheit sei, aber Willkühr und Zügellosigkeit sie begrabe. (כלאים) Und wenn nun. die freien Kräfte der Natur dem harrenden Menschen ihre gereiften Früchte in den Schoop schütteln und Besitz und Genuß des Menschen beginnen, da predigen Selbstbeherr- 51*

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