Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1855-02-01 · Heft 5 (Februar 1855) · p. 242

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1854-1855)
Issue
Heft 5 (Februar 1855)
Article
Schewat
Date
1855-02-01
Page
242 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2932754-2932807-2932813-2938335--00367-2938376
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

242 Schewat. dienste bringt, und im Zählen der Arlahjahre von einigem Einfluß sein kann. Gleicbwobl verweilen wir bei dieser Notiz, weil sie die Gelegenbeit zu einem Einblick in den Geist des Jndeutbums bietet. Und jeder solcher Einblick ist uns willkommen. Denn an nichts leiden wir so sebr, als an dem Mangel einer richtigen und wabrbaftigen Erkenntniß unseres eigenen, jüdischen Glaubens. Gehetzt wie das Wild, gepfercht in die Gassen, geflüchtet in die Hutten des häuslichen Lebens oder in die vier bescheidenen Wände der stillen, religiösen Betrachtung, stellten nur dem oberflächlichen Beschauer nur das H׳ld eiueo trüben, scheuen, zurückgezogenen Lebens dar; öffentlich, rübrig und lebendig, kannte man uns nur auf dem geschäftigen Markte des gewerblichen und erwerbenden Lebeno. Aber das frische, lebenskräftig pulsirende, an den Brüsten der beiten: Gottesnatur erstarkende?eben suchte man bei dem Inden nicht. Hatte man den Juden ja in diese kränkelnde Erscheinung gewaltsam hineingebannt, und stellte nun auf Rechnung des ju btfen Geistes und des Geistes des Zudentbums, was nichts als das künstliche Erzeuguiß einer wabugeborenen Gewalttbat war. Wie ganz anders der Geist des Judentbums, wo er sich frei entfalten kann. Zn die freie Natur stellt er uns bin, wo die Bäche rieseln, und die Wiesen grünen, und die Saaten reifen und die Bäume blühen und die Hcerden weiden, wo der Mensch im engen Bunde mit der Natur seine Kräfte übt und das Bemüben seiner Kräfte unmittelbar unter Gottes Schutz und Segelt stellt. Aecker ttnd Heerden sind unsere natureigene Bestimmltng. Zum wandernden Handelsmann hat uns das Galutb gemacht. O, daß wir zurück könnten aus diesem uns künstlich aufgezwungenen Getriebe, daß wir uns und unsere Kinder flüchten könnten in die Einfachheit eines vom jüdischen Gottesgeist getragenen ländlichen Lebens! Es würde die Einfachheit und der Friede, die Mäßigkeit und die Liebe, die Menschlichkeit und die Freude, die' Gottbegeisterung und die Seligkeit bei uns wohnen — und Davids Ha^fe toncte wieder und wieder fände Ruth die Aehren auf Boas gottgescgnetem Acker — — Wie ladet das jüdische Gesetz zum ewigen Merken

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.