Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1855)
- Article
- Jüdische Skizzen aus Berlin
- Date
- 1855-01-01
- Page
- 222 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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222 Oc meinten feit. lallt zu — Mutter und Schwestern sitzen derweil feiernd, leise sinnend, und fast unbewußt begleiten auch sie die Zauberweise . . . Die Lichter verlöschen allgemach — eine neue Chanukaseene: — Hört Jhr's durcheinander rasseln? DaS sind Nüsse, große und kleine — hört Jhr'S surren und schnurren? DaS sind ״Trenderl," auch große und kleine — glänzende Bleithürmchen, die den Knaben gar sauer geworden, erst durch die Form, dann durch den Inhalt, dann durch die mannichfachen geschnittnen und verbrannten Finger — aber wie herrlich ist der Guß vollbracht! — jetzt tanzen sie beflügelt dahin und die mystischen Gewinn und Verlust deutenden Buchstaben blinken so scharf und die gochischeu Hängebogcn schwingen sich so kühn — und seht Euch dazu diese gespannten, feinen Züge an, diese geistblitzenden Angen, dieses schwarze Lockengewirr, dieso blntsprühenden Wangen — wahrlich, das ist ein gesunder, unverwüstlicher, und wenn nicht mit Gewalt verkrüppelt, auch prächtig schöner Menschenstamm, dieser jüdische .... Auch das Spiel jst aus. Noch näher rücken sie zusammen — der Vater erzählt ... wie! sie Alle an seinen Lippen hängen, fast als spräche er ihnen ein Gebet vor ... Er hebt an vom bösen König Antiochus, wie der die Juden durchaus hat wollen — zu Griechen machen, zu Heiden, zu Götzendienern und wie die schändlichen vornehmen Inden selbst dazu haben helfen wollen, er erzählt von den Wunderzeichen am Hinmiel, wie die feurigen Schaaren zu Fuß und zu Noß mit einander gekämpft — vierzig Tage lang, vom Eleazar, dem neunzigjährigen Pricstcrfürsten und seinem heiligen Märtyrertod, von den sieben Brüdern, wie sie so heldenkühn dem König geantwortet und ihrem Gotte treu geblieben und Alle nach einander sich hinschlachten ließen bis auf den kleinsten, den siebenjährigen, und Hanna, die Mutter, preist über den sieben Kinderleichen den Herrn und stirbt... . Da plötzlich tritt Mathathias auf, der Heldengreis, weiße Locken umflatlern seine Schläfe, ein weißer Bart wallt ihm über die Brust, auch er soll opfern dem Bilde und dem ersten opfernden jüdischen Buben stößt er daS Schwerdt in'ö Herz — er hat ihn getroffen zum Tod — die feigen Söldner fliehen . . . Judas Makkabäus . . seine vier Brüder . . die Banner wehen .. hei Juda mein Löwe! . . neue Schaaren wälzen sich heran . v immer neue. . . . Aber Gott der Allmächtige streitet für Inda-Sieg und Heil! Frei das Land! — frei daS Heiligthum!! . . Aber das Heiligthum ist besudelt von den griechischen Barbaren — das